Der Beginn der Abrissarbeiten am Bahnhof-Südflügel befeuert den Protest gegen das umstrittene Bahnprojekt „Stuttgart 21“. Am späten Montagabend blockierten nach Polizeiangaben rund 150 Projektgegner den Planietunnel in der Stuttgarter Innenstadt. Zuvor hatten sich tausende Menschen an der traditionellen Montagsdemonstration beteiligt.
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Warum ein klimaverträglicher, grüner Kapitalismus nicht abzusehen ist, erklärt ein neues Buch von Jonas Rest. Doch die Kritiker tun sich schwer mit Alternativen
Von Felix Werdermann
Durch besonders sportliche Aussagen ist Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bislang nicht aufgefallen. Nun aber trifft sich die Weltklimadiplomatie zum Gipfel im südafrikanischen Durban und Röttgen erklärt, dass der Klimaschutzprozess „ein Marathonlauf“ sei, „bei dem jeder Schritt der Mühe wert ist. Auch Durban wird uns hoffentlich ein Stück voranbringen.“ Die Metapher passt zu der weit verbreiteten Vorstellung von internationaler Klimapolitik: Eine Einigung auf Ebene der Vereinten Nationen ist schwierig, aber irgendwann wird es schon klappen.
Was aber, wenn die ganze Richtung nicht stimmt? Wenn all die Klimaretter im Kreis laufen? Wenn die Strukturen es nicht zulassen, zum Ziel zu gelangen? Oder wenn absehbar ist, dass man erst ankommt, wenn es zu spät ist? (mehr…)
Seit über 30 Jahren gab es in Japan keine solchen Demonstrationen: Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat das politische Bewusstsein geändert. Der Dokumentarfilm »Radioactivists« versucht, die neue Anti-AKW-Bewegung in Land zu verstehen.
Von Felix Werdermann
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Deutschland reagiert anders als Japan: Das ganze Ausmaß der Katastrophe von Fukushima war noch gar nicht bekannt, da gingen hierzulande schon Tausende auf die Straße. In der ganzen Republik versammelten sich Menschen zu Mahnwachen, kurze Zeit später wandelte sich die Trauer zu Wut und die deutsche Anti-AKW-Bewegung demonstrierte für ein Abschalten der Reaktoren. Ganz anders in Japan: Hier dauerte es einen Monat, bis Tausende gegen Atomkraft auf die Straße gingen.
Doch die Resonanz überraschte selbst die Organisatoren: Sie hatten 500 Teilnehmer angemeldet, gekommen sind 15 000 Menschen. In Japan sind das die größten Proteste seit den 70er Jahren. Die Reaktorkatastrophe hat ein neues politisches Bewusstsein geschaffen, vor allem unter jungen Menschen, das zeigt der Dokumentarfilm »Radioactivists« von Julia Leser und Clarissa Seidel. (mehr…)
Wer schnell durch sein Bachelor– und Master-Studium kommen möchte, soll das machen. Entscheidend ist, was man draus macht. Ein Plädoyer.
Von Felix Werdermann
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Ich war angeblich ein Versuchskaninchen. Als ich mein Studium begonnen habe, konnte ich wählen – zwischen Bachelor-Master und Staatsexamen. Ich habe mich für das Bachelor-Studium entschieden und wurde dafür argwöhnisch beäugt. Wie kann man sich freiwillig in dieses zwangsverschulte System eingliedern, das alle Studis durch ihr Studium hetzt?
Einige politisch interessierte Freunde erzählten mir, dass mit der Einführung der modularisierten Studiengänge das Ende der Universität, wie wir sie kennen, bevorstünde. Das freie, selbstbestimmte Studium ist nicht mehr möglich; hochschulpolitisches Engagement wird vom ständigen Leistungsdruck erstickt. (mehr…)
Mehr Öffentlichkeitsbeteiligung, mehr Trinkwasserschutz und unbegrenzte Haftung der Bohrfirmen: Die SPD fordert mehr staatliche Kontrolle bei der Gewinnung unkonventionellen Erdgases. Das Bergbaugesetz müsse reformiert werden, bis dahin sollen die Bundesländer keine Probebohrungen erlauben.
Von Felix Werdermann
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Die SPD fordert strengere Umweltauflagen für die Gewinnung unkonventionellen Erdgases. Bei dem sogenannten Fracking sei die „Bedeutung des Trinkwasserschutzes grundsätzlich als prioritär einzustufen“, fordert die Bundestagsfraktion in einem Antrag, der heute im Umweltausschuss diskutiert wird. In Trinkwasser-Gewinnungsgebieten solle die umstrittene Fördermethode ganz verboten werden. (mehr…)
Ist Gorleben als Endlager noch verhinderbar? Vor dem für Ende November geplanten Castortransport streiten auch die AKW-Gegner
Von Felix Werdermann
Der Bundesumweltminister hat eine „Konsensstimmung“ in der Atommüllfrage ausgemacht – und die will Norbert Röttgen jetzt „für eine gemeinsame Endlagersuche“ nutzen. Kommende Woche will er mit den Ministerpräsidenten das weitere Vorgehen besprechen. Durch den Ausstieg aus dem Atomausstieg ist wieder Schwung in die Debatte um Zwischen- und Endlagerung gekommen. Das führt zu Annäherungen, aber auch zu neuen Fronten.
In der Umweltbewegung etwa rumort es. Greenpeace wirbt mittlerweile für einen Castortransport zum Zwischenlager neben dem baden-württembergischen AKW Philippsburg, was die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen empört. Sie werfen der Organisation vor, der Atomindustrie „aus der Patsche zu helfen“. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Strahlenmüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague Ende November doch wieder nach Gorleben gekarrt. Doch die Differenzen zeigen, wie unterschiedlich die AKW-Kritiker mit einer neuen Lage umgehen. (mehr…)
Wie kommentiere ich zivilisiert im Netz? Die Piratenpartei hat für ihre Mitglieder jetzt ein paar Tipps zusammengetragen, um die Außendarstellung zu optimieren
Von Felix Werdermann
Man sollte meinen, dass Anhänger der Piratenpartei wissen, wie man sich im Netz verhält. Anscheinend haben jedoch einige Probleme mit dem zivilisierten Umgang, wenn sie auf Blogs oder in Foren Kommentare schreiben. Anders lässt sich kaum erklären, warum im parteieigenen Wiki nun ein „(Pi)Ratgeber“ zum Online-Kommentieren zu finden ist. (mehr…)
Die Idee klingt bestechend: Hässliche Lärmschutzwände neben Bahnstrecken könnten mit Solaranlagen bestückt werden. Doch bislang gibt es erst zwei Pilotprojekte. Die Linkspartei findet das zu wenig, die Bahn verweist auf besonders hohe Anforderungen.
Von Felix Werdermann
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In der Nähe von München hat die Firma Phoenix eine Photovoltaikanlage auf einer Lärmschutzwand errichtet. Auch die Deutsche Bahn möchte wissen, ob sie neben den Schienen Sonnenstrom erzeugen kann. Die Linkspartei hat sich deshalb bei der Bundesregierung nach den aktuellen Bauvorhaben erkundigt. Die Antwort zeigt: Derzeit gibt es nur zwei Pilotprojekte – in Duisburg und in Nürnberg. Dort soll untersucht werden, ob die Funktion der Lärmschutzwand beeinträchtigt wird und ob diese das Gewicht der Solaranlage aushält. Laut Bundesregierung wird die Erprobung »voraussichtlich Mitte 2012 abgeschlossen sein«. Beide Projekte werden mit Geldern aus dem Konjunkturpaket II gefördert. Nach Ansicht der Bundesregierung sind die rechtlichen Voraussetzungen vorhanden. (mehr…)
Strahlenwerte? Darum geht es gar nicht. Mit der Genehmigung der Castor-Einlagerung in Gorleben wird die angeblich „ergebnisoffene“ Endlagersuche zur Farce.
Ein Kommentar von Felix Werdermann
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Nun ist es also amtlich: Die elf zusätzlichen Castor-Behälter mit strahlendem Atommüll dürfen ins Zwischenlager nach Gorleben. Die zulässigen Jahreshöchstwerte für radioaktive Strahlung würden unterschritten, damit spräche nichts gegen die Einlagerung, so das niedersächsische Umweltministerium. Dabei geht es gar nicht um diesen Grenzwert von 0,3 Millisievert, sondern um ein Endlager, in dem Atommüll für Millionen von Jahren verbuddelt werden soll. (mehr…)
Die „taz“ hat interne Unterlagen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, wie die Atomindustrie vor der letzten Bundestagswahl die öffentliche Meinung beeinflussen wollte. Unter anderem wurde ein Text in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lanciert und ein Verein gegründet um Bürgerengagement vorzutäuschen.
Von Felix Werdermann
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Drei Millionen Euro für den Stimmungsumschwung: Die deutsche Atomindustrie hat es sich was kosten lassen, vor der Bundestagswahl 2009 für einen Ausstieg aus dem Ausstieg zu werben. Wie die öffentliche Meinung beeinflusst werden sollte, geht aus internen Dokumenten hervor, die von der taz nun im Internet veröffentlicht wurden.
Es geht um zwei Papiere – insgesamt 79 Seiten – geschrieben von der Lobbyagentur Deekeling Arndt Advisors aus Düsseldorf. Die Agentur soll an der Kampagne 660.000 Euro verdient haben, der Auftrag kam Anfang 2008 vom Deutschen Atomforum, einem Lobbyverein der Nuklearindustrie. Mitglieder des Atomforums sind unter anderem die vier großen Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. (mehr…)
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