Exxon-Werbung-Parodie soll auf CNN laufen

Ein Werbe-Spot vom Online-Netzwerk Avaaz.org können US-Präsident Barack Obama und seine Kollegen aus 16 anderen Industrienationen sehen, wenn sie während ihres „Major Economie Meeting“ auf den US-Fernsehsender CNN schalten. Das knapp eine Minute lange Video parodiert die Greenwashing-Versuche des weltweit größten Ölkonzerns ExxonMobile. Die Botschaft: Früher haben die Ölkonzerne alles daran gesetzt, das Problem des Klimawandels kleinzureden, heute schalten sie Werbung um sich selbst ein grünes Mäntelchen zu verpassen.

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Gestern rief das weltweite Netzwerk Avaaz.org seine Unterstützer dazu auf, für die Werbezeit auf CNN zu spenden. Inzwischen sind bereits über 100.000 US-Dollar zusammengekommen. Mit dem Geld könne der Spot „in hoher Rotation“ geschaltet werden, schreibt Avaaz.org in einem E-Mail-Aufruf. Nun kommen die Regierungschefs der 17 Länder mit dem höchsten CO2-Ausstoß also gar nicht daran vorbei, sich die Exxon-Parodie anzuschauen.

In dem Spot erklärt ein seriös gekleideter Herr im Namen der Öl- und Kohleindustrie ganz unverblümt, dass deren größte Herausforderung darin bestehe, starke Klimaschutzmaßnahmen zu verhindern. „Früher war es einfach“, erzählt er, „wir haben das Problem einfach ignoriert.“ Jetzt, wo ein globales Klimaschutzabkommen verhandelt werde, setze die Verschmutzungsindustrie aber auf eine „neue Taktik: Werbespots mit raffinierten Grafiken, um zu zeigen, dass wir uns kümmern“. Gleichzeitig beeinflusse man allerdings die Politiker, „damit das Abkommen durch Schlupflöcher verwässert wird.“

Beim Ölriesen ExxonMobile hat man für das witzige Video wenig Verständnis: Die Avaaz-Aktivisten hätten etwas gegen Exxons „Wunsch, unsere Positionen zum Klimaschutz zu kommunizieren“, sagte Sprecher Alan Jeffers gegenüber der Zeitung „Dallas News“. „Das verstehen wir nicht.“ Exxon hat in der letzten Zeit verstärkt Fernseh-Werbung geschaltet. Auf der Internetseite finden sich 14 Video-Spots, in denen technische Entwicklungen gepriesen werden. In einem Video wird sogar behauptet, auch fossile Energieträger könne man „umweltfreundlich“ nutzen. Ein anderes Video wirbt für die umstrittene CCS-Technologie zur CO2-Abscheidung.

Für Avaaz.org eindeutig ein Fall von Greenwashing: „ExxonMobil, das diesen Monat den höchsten Unternehmensgewinn in der amerikanischen Geschichte verzeichnen konnte, versucht mit einer beispiellosen Werbekampagne auf mehreren Kontinenten seinen Namen reinzuwaschen.“ Früher war das noch anders. Damals hat der Ölkonzern sein Geld in Thinktanks gesteckt, die geleugnet haben, dass der Klimawandel menschengemacht ist.

Originalquelle: wir-klimaretter.de

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