AKW Krümmel darf ans Netz

Die schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) hat am Freitag das Wiederanfahren des Atomkraftwerks Krümmel genehmigt. Der Reaktor wurde vor knapp zwei Jahren nach einer Pannenserie abgeschaltet und ist seitdem nicht in Betrieb. Atomkraftgegner wollten durch E-Mail-Proteste und Blockaden dafür sorgen, dass das Kraftwerk aus bleibt.

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Nun kann der Atommeiler doch hochgefahren werden – bis volle Leistung erreicht wird, könne es aber noch ein paar Tage dauern, sagte der Betreiber Vattenfall. Damit steigt der Anteil des Atomstroms im deutschen Stromnetz wieder etwas an. Keine gute Aussichten für erneuerbare Energien: Sie sind auf flexible Kraftwerke – beispielsweise auf Gas-Basis – angewiesen, die zu bestimmten Zeiten zugeschaltet werden können. Durch die Grundlast von Atomkraftwerken wird hingegen der Strompreis gedrückt und der Ausbau Erneuerbarer verzögert.

Doch es gibt auch Protest: Rund 50 Menschen sind am Samstagabend zu einer Mahnwache vor dem Tor des AKWs gekommen. „Vattenfall geht zum Normalbetrieb über, tut so als sei alles wieder in bester Ordnung. Aber das Gegenteil ist der Fall“, erklärten die Atomkraftgegner. Sie verwiesen auf die hohen Leukämie-Raten in der Region. Auch der Atomreaktor könne als Ursache nicht ausgeschlossen werden.

Dass Sozialministerin Trauernicht ein Wiederanfahren erlaubt hat, stößt bei ihnen auf Unverständnis: „Den Betrieb eines Reaktors zuzulassen, der nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht, ist ein politisches Armutszeugnis“, sagte Jochen Stay von der Anti-Atom-Kampagne Ausgestrahlt. Am 3. Juli soll es eine große Protest-Aktion vor dem Atomkraftwerk geben.

Originalquelle: wir-klimaretter.de

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