Bildungsstreik: „Es war ein Erfolg“

bus: Alina, eine Woche Bildungsproteste liegt hinter dir. Dein Fazit?

Alina Herbing: Auf jeden Fall war es ein Erfolg. Am Mittwoch waren 27.000 Leute auf der Straße. Das war echt toll. Beim Schülerstreik im Herbst waren es noch 10.000, es gibt also eine große Steigerung. Wenn wir so weitermachen, dann werden wir noch viel mehr.

Aber die meisten Studierenden waren am Mittwoch nicht auf der Demo.

Das zeigt doch, wie groß die Angst unter Studis ist, dass sie sich gar nicht trauen, ein Seminar ausfallen zu lassen. Manche müssen bei zweimaligem Fehlen zur Strafe Klausuren schreiben. Es gibt einfach wenige Freiräume neben dem Studium. Einige wollen ihr Studium wegen finanzieller Ängste auch einfach nur so schnell wie möglich hinter sich bringen.

Aber liegt es nur daran? Es gibt doch auch Studis, die eure Forderungen nicht teilen.

Das stimmt. Leute vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten oder von der liberalen Hochschulgruppe werden den Streik nicht unterstützen. Außerdem sehen viele gar nicht mehr, dass das Studium so verschult ist, weil Schule und Studium viel zu gleich geworden sind.

Wenn ihr nun streikt und die anderen vom Studieren abhaltet, ist das dann nicht unfair?

Wir kämpfen dafür, dass das Studium qualitativ hochwertiger wird. Das ist für die ja auch besser. Außerdem sind viele Veranstaltungen auch gar nicht ausgefallen. Sie haben dann zum Beispiel im Freien stattgefunden – ohne Anwesenheitspfl icht und ohne Teilnahmebegrenzung.

Hat der Streik denn so viel gebracht? Konkrete Verbesserungen wurden dadurch nicht erreicht.

Aber wir haben es wenigstens geschafft, aufmerksam zu machen. Und wenn sich nichts ändert, dann machen wir im nächsten Semester weiter.

Das Interview führte Felix Werdermann. //

Originalquelle: berlins universelles studentenmagazin

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • MySpace
  • PDF
  • Print
  • RSS