AKW-Gegner suchen Endlager

Umweltorganisationen haben in Berlin ihre symbolische Suche nach einem Ort für Atommüll begonnen. Zwölf Städte sollen folgen

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Das Brandenburger Tor eignet sich schon mal nicht für die Endlagerung atomaren Mülls. Zu diesem Ergebnis kommen Aktivisten des Kampagnen-Netzwerks Campact, die am Freitag ihre symbolische Endlagersuche begonnen haben.

„Wir wollen damit auf die ungelöste Endlagerung des Atommülls aufmerksam machen“, sagte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. In den nächsten drei Wochen wollen die Umweltschützer insgesamt zwölf deutsche Städte auf ihre Eignung als Endlagerstandort untersuchen.

Vor dem Brandenburger Tor haben die Umweltschützer eine fiktive Bodenprobe entnommen und befunden: Hier sollte der Atommüll nicht verbuddelt werden. Mahnend steht ein nachgebauter Castorbehälter in Originalgröße neben der Probebohrung. Begleitet von rund 100 Demonstranten wurde er von der Berliner Zentrale des AKW-Betreibers Vattenfall in die Stadtmitte gebracht. Verkleidet als Wissenschaftler in Strahlenschutzanzügen maßen die Atomkraftgegner zwischendurch immer wieder die Strahlung mit ihren „Geigerzählern“ – Kassettenrekordern, die Störgeräusche abspielten.

An der Anti-Atom-Aktion beteiligen sich unter anderem die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz und die Globalisierungskritiker von Attac. Gerd Rosenkranz von der DUH sagte: „Mit dem Boom der erneuerbaren Energien passen Atomkraftwerke nicht mehr in unser Stromsystem.“ Nach dem Auftakt in Berlin sind in den nächsten Tagen auch in Hamburg, Hannover, Frankfurt am Main, Stuttgart und München Demos geplant. „Wir möchten vor der Bundestagswahl Druck machen, damit die Laufzeiten für Atomkraftwerke nicht verlängert werden“, erklärt Organisatorin Kerstin Schnatz. Das ungelöste Endlagerproblem werde in der Diskussion um die Atomkraft unter den Teppich gekehrt.

Felix Werdermann

Alle Tourdaten: www.endlagersuche.de

Originalquelle: taz.de

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