US-Studie: Agrosprit ist klimaschädlich

Forscher aus den USA zeigen, dass Biokraftstoffe nicht CO2-neutral sind. Deutsche Industrie widerspricht: Europäische Kraftstoffe seien klimafreundlich

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Biokraftstoffe sind klimaschädlicher als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die am Freitag im Wissenschafts-Magazin „Science“ veröffentlicht wurde. Die US-Forscher warnen, internationale Klimaschutzziele könnten verfehlt werden, wenn die Klimabilanz der Kraftstoffe aus Energiepflanzen nicht richtig berechnet werde.

Biokraftstoffe wie Biodiesel oder Ethanol werden aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen und gelten deswegen bislang oft als klimafreundliche Alternative zum Öl. Bei ihrer Verbrennung wird nämlich nur die Menge an Kohlendioxid freigesetzt, der Atmosphäre die beim Wachsen der Pflanzen entzogen wurde. Die Kraftstoffe sind in den letzten Jahren verstärkt in die Kritik geraten – vor allem, weil die Anbauflächen nicht mehr zur Herstellung von Nahrung verwendet werden können.

Doch auch die Klimabilanz ist nicht die beste. Laut der „Science“-Studie sind Biokraftstoffe nämlich nicht klimaneutral, obwohl die gängigen Berechnungsgrundlagen zu diesem Ergebnis führen. Der Grund: Bislang wird nicht berücksichtigt, dass Wälder gerodet werden, um Platz zu machen für den Anbau der Agrokraftstoffe. Das Abholzen trägt jedoch erheblich zum Klimawandel bei, weil die Bäume große Mengen an Kohlendioxid speichern.

Deutsche Bioethanolwirtschaft: In EU wird kein Wald gerodet

In Deutschland weist die Biokraftstoffindustrie die Ergebnisse der Studie zurück. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) erklärt, für europäische Agrokraftstoffe treffe die Kritik nicht zu. In der Europäischen Union (EU) sei die Umwandlung von Waldfläche in Ackerland verboten. „Die Rodung von Wäldern zum Anbau von Energiepflanzen ist in der EU daher ausgeschlossen“, sagt Dietrich Klein, Geschäftsführer beim BDBe. Die Waldfläche nehme in Deutschland sogar weiter zu.

Bereits letzte Woche hatte eine Studie im Auftrag des UN-Umweltprogramms gezeigt, dass Agrotreibstoffe bis zu 20mal mehr zum Treibhauseffekt beitragen können als konventioneller Sprit – je nach Anbaumethode, Energiebedarf des Produktionsprozesses und vorheriger Nutzung der Ackerflächen.

Felix Werdermann

Originalquelle: wir-klimaretter.de

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