Frankreich: Atomlobbyist soll Klima retten

Der französische Umweltminister Borloo setzt bei den Klimaverhandlungen mit Afrika auf Fodé Sylla – den Beauftragten des Atomkonzerns Areva. Umweltschützer sind empört

weiterlesen auf wir-klimaretter.de

In den letzten Tagen vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen hat sich der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo etwas ganz besonderes einfallen lassen: Ausgerechnet Fodé Sylla soll mit den afrikanischen Regierungen Gespräche führen. In der Meldung der Nachrichtenagentur AFP wird er als ehemaliger Präsident der Antirassismus-Organisation „SOS Racisme“ vorgestellt, vor zwei Jahren ist er allerdings Afrikabeauftragter des französischen Atomkonzerns Areva geworden.

Aus Ministeriumskreisen heiße es, so AFP, Sylla sei vom Umweltminister mit der Aufgabe betraut worden, bis zum Klimagipfel die Kontakte mit afrikanischen Umweltministern zu halten und die Aktivitäten des französischen Ministeriums zu unterstützen. Gegenüber Afrik.com hat Sylla bestätigt, er sei vom Minister gebeten worden, seine Kontakte zu nutzen. Das könnte durchaus wichtig sein: Die afrikanischen Staaten hatten schon vor einem Monat gedroht, die Klimagespräche zu boykottieren, in Barcelona haben sie den Verhandlungstisch verlassen.

Ob Sylla aber der richtige ist, um das Verhältnis zu Afrika zu bessern, ist umstritten: Das französische Anti-Atom-Netzwerk „Atomausstieg“ („Sortir du Nucléaire“) kritisiert, es sei „intolerabel“, dass die Interessen von Frankreich und Areva in ein und derselben Person vereinigt seien. Tatsächlich gehe es beim Auftrag des Umweltministeriums nicht nur darum, die Kontakte zu halten. Ziel sei es, auch Atomenergie als eine vermeintlich klimafreundliche Technologie in die Verhandlungen einzubeziehen.

Felix Werdermann

Originalquelle: wir-klimaretter.de

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • MySpace
  • PDF
  • Print
  • RSS