Merkel bleibt dabei: 2 Grad ist Ziel

Bundeskanzlerin hat Inselstaaten-Vertreter im Kanzleramt empfangen. 10 Millionen mehr für Anpassung an Klimawandel

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Beim Ziel bleibt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stur: Die Erderwärmung soll begrenzt werden auf maximal zwei Grad gegenüber vorindustriellem Niveau. Heute hat sie in Berlin Vertreter der kleinen Inselstaaten getroffen. Diese hatten ein Limit von 1,5 Grad gefordert.

Im Kanzleramt nahm Merkel gleich mehrere Staatschefs im Empfang: Die Präsidenten von Kiribati, Mikronesien, Palau und den Marshall-Inseln sind dabei, außerdem die Premierminister aus Samoa, Tuvalu und Vanuatu, aus Tonga kam der Vizepremier. Bislang ruhen in Kopenhagen offiziell die Verhandlungen, weil die Inselstaaten-Allianz AOSIS einen Vertragsentwurf auf den Tisch gelegt hat, mit dem die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden soll.

Inselstaaten sollen mit 10 Millionen abgespeist werden

Diesen gordischen Knoten wollte Merkel nun zerschlagen. Deshalb kündigte Deutschlands Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) auch an, 10 Millionen Euro zusätzlich auszugeben für das Regionalprogramm „Anpassung an den Klimawandel in der pazifischen Inselregion“. Gleichzeitig blieb Merkel aber bei der 2-Grad-Grenze. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, sei das der Maßstab für die Reduktionsziele der Industrie- und Schwellenländer. Schon gestern hatte sich Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) gegenüber wir-klimaretter.de ähnlich geäußert.

Entwicklungsorganisationen hatten in das Kanzleramts-Treffen zuvor noch Hoffnungen gesetzt: Merkel könne Anwältin der untergehenden Inselstaaten werden. „Das Treffen der Kanzlerin mit den pazifischen Regierungschefs ist ein gutes Zeichen, dass sie zum Handeln gemäß unserer Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten entschlossen ist“, sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“. „Wir sind zuversichtlich, dass sich Frau Merkel auch in Kopenhagen hinter die Inselstaaten stellen wird, die durch den Klimawandel vom Untergang bedroht sind.“

Ob sich die Inselstaaten mit der 10 Millionen-Abspeisung zufrieden geben werden, ist fraglich: Mohamed Nasheed, Präsident der Malediven, möchte jedenfalls am 1,5-Grad-Ziel festhalten und erklärt, er werde „keinen Selbstmordpakt in Kopenhagen unterschreiben“. Den Maldiven könnte das Wasser bald bis zum Hals stehen – selbst wenn es gelingen würde, die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Felix Werdermann

Originalquelle: wir-klimaretter.de

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