Monsanto kriegt die wütende Meerjungfrau

Negativpreis für den Agrokonzern: Monsantos Gensoja schütze nicht das Klima, sondern verursache Waldzerstörung

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And the winner is… Monsanto! Der US-amerikanische Agrokonzern wurde am Dienstag in Kopenhagen mit dem Angry Mermaid Award ausgezeichnet – einem Negativpreis für die „Sabotage“ von Klimaschutzmaßnahmen. Monsanto war nominiert worden, weil der Konzern seine gentechnisch veränderten Sojapflanzen als klimafreundlich darstelle. In Wirklichkeit würden für den großflächigen Anbau in Lateinamerika aber die Wälder zerstört.

Die wütende Meerjungfrau („angry mermaid“) wurde von mehreren Nichtregierungsorganisationen vergeben, unter anderem von Friends of the Earth. Zuvor hatten über 10.000 Menschen gewählt – acht Unternehmen und Lobbygruppen standen zur Auswahl. Im Internet und per Postkarte in Kopenhagen konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme abgeben.

Am Ende lag Monsanto vorne – 37 Prozent fanden, dass der Agrokonzern den Negativpreis verdient. Die Journalistin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein sagte bei der Bekanntgabe des Gewinners, die Abstimmung spiegele die Bedenken über marktorientierte Lösungen wieder. Monsanto möchte den Anbau von genmanipulierten Pflanzen für die Produktion von Biotreibstoffen auch als CDM-Projekt anrechnen lassen. Damit könnte der Konzern Emissionszertifikate erwerben, die er verkaufen kann.

Ziel der Preisverleihung sei, der Öffentlichkeit zu zeigen, „wie Unternehmensgruppen effektive Klimaschutzmaßnahmen unterlaufen“, sagte Paul de Clerck von Friends of the Earth. Die Unternehmenslobby sei bereits sehr erfolgreich gewesen. Das sehe man beispielsweise daran, dass beim europäischen Emissionshandel „beinahe alle dreckigen Unternehmen“ ihre Emissionszertifikate geschenkt bekommen haben.

Felix Werdermann

Originalquelle: wir-klimaretter.de

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