Nur noch 300 NGO-Vertreter im Bella Center

Bei den Abschlussverhandlungen müssen die meisten Nichtregierungsorganisationen draußen bleiben. Das Klimasekretariat wirbt für Alternativkonferenzen

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Im Bella Center tummeln sich am heutigem Donnerstag immer noch jede Menge Journalisten und Verhandler, Vertreter der Nichtregierungsorganisationen (NGO) sind jedoch kaum noch dabei. Für den Donnerstag und Freitag dürfen nur noch 300 NGO-Delegierte in das Gebäude.

Hintergrund sind die so genannten „High-Level“-Verhandlungen, die heute beginnen. Über 120 Staatschefs werden in Kopenhagen erwartet – samt ihrem Anhang. Da ist dann kein Platz mehr für die kritischen Beobachter. Zusätzlich sollen die Sicherheitskontrollen verschärft werden. Bereits Anfang der Woche hatte das UN-Klimasekretariat angekündigt, die Anzahl der NGO-Vertreter zu beschränken. Da hieß es aber noch, am Donnerstag hätten 1.000, am Freitag 100 Menschen Zutritt.

Das UN-Klimasekretariat wirbt nun für Alternativen für die NGOs. Im offiziellen Tagesprogramm wird heute auf eine Konferenz hingewiesen, die von der dänischen Regierung und dem dänischen NGO-Netzwerk „People’s Climate Action“ organisiert wird. Akkreditierte NGO-Vertreter können sich dort die Klimakonferenz per Fernseh-Übertragung ansehen. In der Ankündigung wird auch das „Klimaforum“ als Alternative für die Verbannten genannt: Das „Klimaforum“ ist seit Beginn der offiziellen Konferenz ein Gegenprogramm und Treffpunkt für Aktivisten und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen mit eigenem Programm.

Dass die Zivilgesellschaft beim entscheidenden Teil des Gipfels draußen bleiben muss, wird auch unter den Verhandlern bedauert. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte: „Ich bedauere, dass viele sehr engagierte und für diesen Prozess wichtige Vertreter der Umweltbewegung hier nicht dabei sein können.“ Dieser Prozess sei Weltinnenpolitik, deshalb sollten gesellschaftlich relevante Gruppen daran beteiligt sein. Gestern hatten bereits Vertreter der Umweltorganisation Friends of the Earth im Eingangsbereich des Konferenzzentrums protestiert, weil ihnen „aus Sicherheitsgründen“ kein Einlass gewährt wurde.

Felix Werdermann

Originalquelle: wir-klimaretter.de

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