„It’s just capitalism“

Chávez und Morales nutzen Klimagipfel um für Sozialismus zu werben. Zu den Verhandlungen sagen sie fast nichts

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„Weder das Leben noch der Planet Erde haben einen Preis.“ Boliviens Präsident Evo Morales sitzt im Presskonferenz-Raum des Kopenhagener Klimagipfels, neben ihm Hugo Chávez, venezolanischer Präsident, und weitere Vertreter der ALBA-Staaten. Morales und Chávez, die beiden Kämpfer für den Sozialismus, sitzen vor der versammelten Journalistenschar und erzählen von Klimawandel und Kapitalismus.

„Was ist der Ursprung des Klimawandels?“, fragt Morales. „Viele Staatschefs sagen das nicht.“ Morales aber weiß es: „It’s capitalism.“ Das kapitalistische System mache „Mutter Erde“ zu einer Ware. Auch für seinen Kollegen Chávez steht fest: Es geht um einen „Kampf für den Sozialismus“. Hunger, Armut, Arbeitslosigkeit, Rassismus – und auch Klimawandel: All diese Probleme seien Ausdruck des kapitalistischen Wirtschaftssystems.

Konkrete Lösungsansätze der beiden linken Präsidenten bleiben recht vage: Chávez möchte die Erde aufforsten und „Millionen von Hektar“ Bäume pflanzen. Morales beschwert sich, dass die Essensproduktion in der westlichen Welt zu hundert Prozent von fossilen Rohstoffen abhänge. Der Lebensstil müsse sich ändern.

Konkretes zu den laufenden Verhandlungen sagen die beiden kaum: Morales kritisierte US-Präsident Obama. Der hatte in seiner Rede erklärt, hergekommen zu sein um zu Handeln. „Wenn er handeln möchte“, so Morales, „dann sollte er das Geld, das in die Kriegsführung fließt, nutzen, um den Planeten zu retten.“ Geldzusagen für Anpassung reichten nicht aus, sagte Chávez: „Geld? Natürlich. Aber das ist nicht genug.“

Felix Werdermann

Originalquelle: wir-klimaretter.de

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