Von der Ostsee bis zum Wannsee

Die deutschen Küstenregionen und Berlin sind beliebte Reiseziele

Von Felix Werdermann


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BERLIN. Deutschland ist zum zweiten Mal in Folge Europas beliebtestes Reiseland. Im Jahr 2009 konnten die deutschen Hotels und Pensionen über 340 Millionen Übernachtungen verzeichnen, teilte der Deutsche Tourismusverband (DTV) gestern in Berlin mit. Damit liege die Bundesrepublik wie schon im Vorjahr an der europäischen Spitze – gefolgt von Spanien und Italien. Hinzu kämen 25 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen und 87 Millionen in Privatunterkünften wie Ferienhäusern.

Der DTV beruft sich auf Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers 2009. Demnach ging die Anzahl der Hotel-Übernachtungen zwar um 0,2 Prozent zurück, doch steht die deutsche Tourismusindustrie damit aber weit besser da als die Konkurrenz in den europäischen Nachbarländern. Dort brach der Markt nämlich teilweise um mehr als ein Viertel ein. Einzig Schweden und Holland verzeichneten 2009 noch ein Plus.

Städtereisen im Trend

Dass der Deutschlandtourismus von der Krise weit weniger betroffen ist, liegt vor allem an den Deutschen selbst, die gern in ihrem Land Urlaub machen. Gerade einmal 15 Prozent aller Übernachtungsgäste kamen aus dem Ausland, erläuterte man beim Tourismusverband. In keinem anderen EU-Land sei der heimische Tourismus so stark. DTV-Präsident Reinhard Meyer sagte: „Deutschland ist und bleibt das Reiseziel Nummer eins der Deutschen.“ Die Zahl der ausländischen Gäste sei jedoch unbefriedigend.

Innerhalb der Bundesrepublik wird Berlin unter Touristen immer beliebter. 2009 besuchten die Hauptstadt 6,2 Prozent mehr Menschen als im Jahr zuvor – das ist eine Steigerungsrate wie in keinem anderen Bundesland. „Das liegt nicht nur daran, dass Berlin sexy ist“, sagte Meyer. Generell lägen Großstädte im Trend. Ein Grund dafür sei, „dass es immer mehr Kurzreisen gibt. Da bieten sich Städte an.“

Auch in den deutschen Küstenregionen geht es aufwärts. In Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen wurde 2009 mehr übernachtet als zuvor.

Mit Umsatzverlusten zu kämpfen haben hingegen die Tourismusbetriebe in den deutschen Mittelgebirgen. Dort gingen die Übernachtungen seit 2000 um insgesamt knapp sechs Prozent zurück. Manfred Zeiner, Geschäftsführer des Tourismus-Beratungsunternehmens dwif Consulting, sagte, dass „die goldenen Zeiten der Mittelgebirge vielerorts der Vergangenheit angehören.“ In dem Tourismus-Barometer heißt es, diese Regionen bräuchten ein moderneres Image um auch jüngere Menschen anzusprechen. Außerdem fehlten zum Beispiel Wellness-Angebote.

DTV-Präsident Meyer forderte, die Tourismusbranche müsse stärker auf neue Ideen setzen. Als Beispiel nannte er das erste deutsche Baumhaushotel, das 2005 in der Nähe von Görlitz eröffnet wurde.

Originalquelle: berliner-zeitung.de

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