In der dritten Dimension

Im April kommen die ersten 3-D-Fernseher auf den deutschen Markt. Die passenden Sendungen fehlen aber noch

von Felix Werdermann

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BERLIN. Mit „Avatar“ hat die dritte Dimension die Kinos erobert, jetzt kommt sie auch in die eigenen vier Wände. Der Bezahl-Fernsehsender Sky Deutschland (ehemals Premiere) will an diesem Sonntag das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV erstmals in drei Dimensionen (3-D) übertragen. Damit wolle man zeigen, „wie Fernsehen in Zukunft aussehen kann“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Zusehen darf aber nur ein kleiner Kreis an ausgewählten Personen. Wann es die ersten 3-D-Filme für alle Sky-Nutzer geben wird, ist bei dem Unternehmen noch nicht zu erfahren. „Da gibt es noch keinen Zeitplan.“ Momentan mache das „noch gar keinen Sinn, weil es noch keine 3-D-Fernseher gibt“.

Zubehör nötig

Doch das wird sich schon sehr bald ändern. Das Elektronikunternehmen Samsung tourt derzeit durch Deutschland, um Händlern die neuen Bildschirme vorzustellen. Schon im April sollen sie in die Geschäfte kommen. Zum Filmeschauen wird zusätzlich noch eine spezielle 3-D-Brille benötigt und in der Regel ein Abspielgerät für Blu-Ray-Discs, den Nachfolgern der DVD. Über Kabel oder Satellit werden nämlich in den nächsten Monaten noch keine dreidimensionalen Sendungen zu empfangen sein.

Im Sommer wollen die Elektronikkonzerne Sony und Panasonic nachziehen. Panasonic möchte ab Juni die ersten 3-D-Fernseher auf den deutschen Markt bringen, bei Sony spricht man von „Mitte des Jahres“.

Wie viele Geräte in der Bundesrepublik verkauft werden sollen, darauf möchte sich keines der drei Unternehmen festlegen. Aber man gibt sich optimistisch. „Wir merken schon jetzt ein starkes Interesse bei den Kunden“, hieß es bei Panasonic. Verstärkt wird die Vorfreude durch Prognosen des Marktforschungsunternehmens Display- Search. Das geht davon aus, dass sich die Zahl der verkauften TV-Geräte weltweit von 200 000 im letzten Jahr auf 64 Millionen im Jahr 2018 erhöhen wird.

„Überschaubarer Aufpreis“

Funktionieren wird das nur, wenn die Fernseher auch erschwinglich sind. Und das beteuern die Anbieter auf dem deutschen Markt. „Jeder, der die Anschaffung eines neuen Geräts plant, sollte sich überlegen, für einen überschaubaren Aufpreis gleich einen 3-D-Fernseher zu kaufen“, sagte Silke Bernhardt, Pressesprecherin von Sony Deutschland. Bei Panasonic heißt es, die 3-D-Fernseher würden „nicht exorbitant teurer“. Wie hoch die Zusatzkosten sein werden, kann man aber auch dort nicht genau beziffern. Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GFU) schätzt unterdessen, dass die 3-D-Geräte 20 bis 30 Prozent teurer seien als hochauflösende HDTV-Fernseher.

Bei Samsung gibt es immerhin schon Preise für die Modelle, die ab nächstem Monat im Geschäft stehen sollen. Das billigste – mit 40-Zoll-Bildschirm – soll für 1 299 Euro zu haben sein.

Originalquelle: berliner-zeitung.de

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