Nur jeder Vierte ist fit am PC

Die meisten Deutschen nutzen kaum die Möglichkeiten des Computers. Initiative D21 fordert bessere Schulbildung

Von Felix Werdermann

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BERLIN. E-Mail? Betriebssystem? Homepage? Wer mit diesen Begriffen nicht viel anfangen kann, zählt zu den digitalen Außenseitern, die laut einer aktuellen Studie 35 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen. Gestern präsentierte die Initiative D21 die Ergebnisse in Berlin. Die Initiative setzt sich ein für einen Wandel zur digitalen Gesellschaft.

Gut im Googlen

Rund drei Viertel der Deutschen seien dort aber noch nicht angekommen, sagte Robert A. Wieland, Chef des Marktforschungsunternehmens TNS Infratest, das für die Studie mehr als 1 000 Personen befragt hatte. Darüber hinaus hätten auch die Gelegenheitsnutzer (30 Prozent) und die Berufsnutzer (9 Prozent) Nachholbedarf im Ungang mit dem Computer. „Der Gelegenheitsnutzer ist ziemlich gut im Googlen und gut in Word“, sagte Wieland. Andere Kompetenzen fehlten ihm aber häufig.

Bei den Menschen, die beruflich den PC nutzen, gelte das Motto: „Man will mit dem Ding nur so viel zu tun haben, wie es der Chef fordert.“

Auf der anderen Seite der digitalen Kluft kommen die Trendnutzer, die digitalen Profis und die digitale Avantgarde auf zusammengenommen 26 Prozent. Während die Trendnutzer im Internet ihren Spaß haben wollen und die digitalen Profis den Rechner vor allem zum Nachrichtenlesen und Preisvergleich anwerfen, verbringt die digitale Vorhut durchschnittlich ganze elf Stunden täglich vor dem Computer.

Das Durchschnittsalter in diesen drei Kategorien liegt zwischen 30 und 40 Jahren. Die digitalen Außenseiter sind hingegen meist schon über 60 Jahre. Unterschiede gibt es auch zwischen den Geschlechtern: Während 38 Prozent der Männer problemlos mit dem PC umgehen können, sind es bei den Frauen nur 15 Prozent.

D21-Vorstandsmitglied Ulrich Hermann warnte, Deutschland könne im internationalen Wettbewerb von Ländern wie Indien abgehängt werden, sollten nicht größere Teile der Bevölkerung in der digitalen Welt zurechtkommen. Es gebe „enormen Aufholbedarf“, zum Beispiel in der Schulbildung.

Originalquelle: berliner-zeitung.de

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