Sozial gerecht fördern

[Stipendien] Die Pläne der Bundesregierung für ein nationales Stipendienprogramm, zusätzlich zum bisherigen Stipendien-System, stoßen unter Stipendiaten der großen Förderwerke auf Kritik.

von Felix Werdermann

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Bereits über 2.000 Geförderte und Ehemalige haben im Internet eine Petition unterzeichnet. Darin wird die Regierung aufgefordert, ihre Pläne nachzubessern und sozial gerechter auszugestalten.

Im Koalitionsvertrag hat die schwarz-gelbe Regierung angekündigt, den Anteil an geförderten Studierenden von derzeit zwei auf mittelfristig zehn Prozent erhöhen zu wollen. Dafür soll ein nationales Stipendienprogramm auferlegt werden. Bund, Länder und Wirtschaft sollen sich die Finanzierung teilen. Bislang ist allerdings noch unklar, ob alle mitziehen. Begünstigte des neuen Stipendienprogramms sollen dann 300 Euro monatlich erhalten – unabhängig von der finan­ziel­len Situation der Eltern.

Diese bedingungslose Gleichbehandlung verschärft soziale Ungleichheiten, bemängeln die Kritiker. Bisher profitieren von Stipendien allerdings in erster Linie Kinder aus reichen Familien, das zeigen zahlreiche Studien. Jedoch muss jedes Stipendienprogramm berücksichtigen, dass die wirtschaftliche Situation der Eltern nichts über die Begabung der Kinder aussagt.

Die Unterzeichner der Online-Petition halten „die bisher bekannt gewordenen Pläne vor dem Hintergrund der bestehenden Bildungsungerechtigkeit in Deutschland für unverhältnismäßig und den Umständen unangemessen, da sie nicht zu einem Abbau der vorhandenen Schieflage führen.“ Gleichzeitig begrüße man aber „ausdrücklich den erklärten Willen der Bundesregierung, die Begabten- und Bildungsförderung in Deutschland zu stärken“.

Der Aufruf wurde von dem Senat des Evangelischen Studienwerks angestoßen. Zu den Unterstützern gehören viele Stipendiaten der Studienstiftung des Deutschen Volks, der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, der grünen Heinrich-Böll-Stiftung und der linken Rosa-Luxemburg-Stiftung. Auch Stipendiaten der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung und der Studienstiftung der deutschen Wirtschaft finden sich auf der Liste der Unterzeichner.

Originalquelle: stadtstudenten.de

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