Ein Auto schneller als der Wind

US-Forschern ist es gelungen, ein windkraftbetriebenes Auto schneller fahren zu lassen als der Wind weht. Unendliche Energie gibt es trotzdem nicht

von Felix Werdermann

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Im ersten Moment scheint es paradox: Wie kann ein Auto schneller fahren als der Wind weht, der es antreibt? Dass es funktioniert, hat ein Forscherteam aus den USA bewiesen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet nun über das Experiment, das bereits im Mai stattgefunden hat.

Dabei fuhr das Windkraftauto – wegen seiner schwarzen Farbe „Blackbird“ genannt – mit einem Tempo von knapp 60 Stundenkilometern. Das ist fast dreimal so schnell wie die Windgeschwindigkeit zu dem Zeitpunkt. Der Propeller hat einen Durchmesser von etwa fünf Metern, das Auto an sich gleicht eher einem Rennwagen, weil es flach gebaut ist.

Skeptiker hatten zuvor bestritten, dass die Windgeschwindigkeit übertroffen werden könne. „Wenn Sie auf einem Fahrrad sitzen und mit dem Wind fahren, spüren Sie ihn nicht mehr“, erklärt Rick Cavallaro aus dem Forscherteam die Bedenken. „Sie verlieren die Windenergie“ – schließlich ist die Windgeschwindigkeit relativ zum Fahrrad dann Null.

Dass es bei der Testfahrt auf dem Flugplatz New Jerusalem in Kalifornien anders gelaufen ist, liegt an einem simplen Trick: Nicht das Windrad treibt die Räder an, sondern die Räder das Windrad. Wenn das Auto mit dem Wind fährt, wird es durch den Propeller noch weiter nach vorne gezogen. Die Energie wird aus der Geschwindigkeit relativ zum Boden gewonnen.

Kein Perpetuum Mobile

Unendliche Energie verspricht diese Technik aber nicht: „Es klingt nach einem Perpetuum Mobile“, sagt Cavallaro. „Aber Sie haben den Wind als externe Energiequelle.“ Unter Seglern ist schon lange bekannt, dass man den Wind nutzen kann um ihn zu überholen.

Werden wir bald nur noch mit windkraftbetriebenen Autos fahren? Elektroautos mit Batterien sind schon stärker erforscht und bereits auf dem Markt – wenngleich sie noch teurer sind als Benzinschlucker. Umweltverbände warnen allerdings, dass strombetriebene Wagen nicht die Verkehrsprobleme von heute lösen können. Ob Elektroautos das Klima entlasten, hängt nämlich vom Strommix ab, mit dem sie betankt werden – und noch immer kommt ein großer Anteil aus Kohlekraftwerken.

Originalquelle: wir-klimaretter.de

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