Ein Konsens für den AKW-Weiterbetrieb

Ein neuer Atomkonsens – das wäre sie wohl, die Wunschvorstellung von Union und FDP. Längere Laufzeiten als Geschenk an die Konzerne, das Versprechen eines zügigen Ausstiegs als Beruhigungspille für die Bevölkerung. Jetzt hofft auch Umweltminister Norbert Röttgen, „dass wir beim Energiekonzept noch in diesem Sommer zu einem Konsens kommen können, der dann ebenfalls von der breiten Mehrheit der Bevölkerung getragen werden kann“.

Ein Kommentar von Felix Werdermann

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Doch diesen Konsens mit Laufzeitverlängerung wird es nie geben. Wie auch? Seit Jahren belegen Umfragewerte immer wieder das gleiche: Die Mehrheit der Deutschen will den Atomausstieg. Schon der Begriff „Atomkonsens“ wurde geschickt erdacht von Strategen der SPD und den Grünen, die der atomkritischen Bevölkerung den – Zitat! – „ungestörten Betrieb der Kernkraftwerke“ schmackhaft machen wollten.

Nun sucht auch Schwarz-Gelb nach einer Möglichkeit, den Atomkonzernen ihre versprochenen Zusatzmilliarden zu schenken ohne gleichzeitig einen bürgerkriegsähnlichen Anti-Atom-Protest heraufzubeschwören. Die Strategie: Umweltminister Röttgen macht einen auf Freund der erneuerbaren Energien, während Parteikollege Stefan Mappus als der böse Bube der Atom-Hardliner dargestellt wird. Gleichzeitig wird ein kräftiger Streit um die Zahlen inszeniert: 8 Jahre länger laufen lassen oder doch gleich 28? Wenn es dann am Ende heißt, die Reaktoren können bloß zehn Jahre länger betrieben werden – ist das dann nicht ein toller Erfolg für Atomkraftgegner Röttgen?

In Wirklichkeit kommt es darauf an, wie viele Meiler in dieser Legislaturperiode vom Netz gehen. Ohne Tricksereien müssten es sieben Reaktoren sein – die teilweise schon unter der großen Koalition hätten abgeschaltet werden müssen. Nochmal vier Jahre werden die Atomkraftwerke nicht überstehen ohne Hilfe der Politik. Aber acht Jahre länger würde den Konzernen erstmal genügen. Dann wäre wieder Zeit gewonnen. In acht Jahren geht wieder das große Geschachere los. Und dass sich Eon, RWE und Co. verpflichtet haben, ihren Beitrag zur Umsetzung des rot-grünen „Atomausstiegs“ zu leisten – das wird immer weiter in Vergessenheit geraten.

Originalquelle: klimaretter.info

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