Geld gespart mit Gratisglühbirne

Seit eineinhalb Jahren kommen Stromsparhelfer in einkommensschwache Haushalte. 30.000 haben das Angebot bis jetzt genutzt, die weitere Finanzierung ist ungewiss.

von Felix Werdermann

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Manchmal ist Klimaschutz auch mit wenig Geld möglich: Bei dem Programm „Stromspar-Check“ erhalten einkommensschwache Haushalte eine kostenlose Beratung und Gratisglühbirnen. Am Donnerstag zogen die Träger eine Zwischenbilanz: Bislang haben sich über 30.000 Haushalte beteiligt, zu Jahresende werde die Zielmarke von 34.000 voraussichtlich übertroffen. Wie es danach weitergeht, ist aber noch unklar.

Der „Stromspar-Check“ wird angeboten vom Deutschen Caritasverband und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen, unterstützt mit Geld des Bundesumweltministeriums. Das Prinzip: Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld melden sich bei einer der bundesweit 70 Beratungsstellen, dann kommen Stromsparhelfer nach Hause. Sie schauen sich Lampen und Haushaltsgeräte an und geben erste Tipps. Beim zweiten Besuch bringen sie kostenlose „Soforthilfen“ mit – dazu zählen vor allem Energiesparlampen, aber auch Wasser sparende Duschköpfe oder schaltbare Steckerleisten, um den Standby-Betrieb von elektrischen Geräten zu vermeiden.
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Seit anderthalb Jahren läuft das Projekt, über 250.000 Energiesparlampen wurden bereits eingebaut. Durchschnittlich wurden pro Haushalt Soforthilfen im Wert von 58 Euro verschenkt, die sich die Haushalte ansonsten womöglich nicht angeschafft hätten. Dabei lohnen sich die Investitionen bereits nach kurzer Zeit: 86 Euro lassen sich jährlich auf der Stromrechnung einsparen – rechnet man den Wasserverbrauch hinzu, bleiben pro Jahr 136 Euro mehr im Geldbeutel.

Der „Stromspar-Check“ ist aber mehr als ein Sozialprogramm, auch das Klima profitiert. Denn wenn weniger Energie produziert werden muss, verringert sich auch der Ausstoß von Treibhausgasen. Pro Haushalt sind das über einen längeren Zeitraum 2,4 Tonnen Kohlendioxid – etwa ein Viertel dessen, was der Durchschnittsdeutsche im Jahr verursacht.

Angesichts der angespannten Haushaltslage könne „heute niemand sagen, wie und in welchem Umfang es weitergehen wird“, sagt Wolfgang Müller, Energieeffizienz-Experte im Umweltministerium, über die Finanzierung des Programms. Sie ist nur bis Ende des Jahres gesichert. Ziel sei aber, in weiteren Städten Beratungsstellen zu eröffnen. Bedarf gibt es auf jeden Fall: Bislang wurde erst jeder hundertste Haushalt erreicht, der Anspruch auf das Kostenlosangebot hat.

Originalquelle: taz.de

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