Pelzgegner demonstrieren weiter

In den letzten Monaten sah es noch gut aus: Das Modeunternehmen Escada hatte versprochen, es verzichte in Zukunft auf Zuchtpelz. Das hat unter Tierschützern Hoffnungen geweckt – zu Unrecht, wie sich nun herausstellt.

von Felix Werdermann

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In der Sommerkollektion haben sie keinen Pelz gefunden, doch jetzt schlagen die Tierfreunde Alarm. Escada verkaufe wieder Pelze, zum Beispiel von Kaninchen. »Das Unternehmen beteiligt sich damit weiterhin am Pelzhandel« und sei verantwortlich für die Tötung unzähliger Tiere, heißt es auf der Kampagnen-Website. Die Pelzgegner rufen zu einem Aktionswochenende vom 15. bis zum 17. Oktober auf.

Die Ankündigung aus dem Juni habe sich als »leeres Versprechen« erwiesen und als »bewusstes Täuschungsmanöver der kritischen Öffentlichkeit«, argumentieren sie. Damals hatte Escada erklärt, ab sofort auf Zuchtpelze zu verzichten. »Deren Anteil wurde bereits in den letzten Kollektionen deutlich reduziert und hatte im Umsatz keinerlei Bedeutung mehr«, hieß es zur Begründung. Welche Pelze genau aussortiert werden, wollte eine Unternehmenssprecherin schon damals gegenüber ND nicht benennen.

Auch die Tierschützer berichten, dass Escada ihre Anfragen »nur flüchtig und ausweichend beantwortet« habe. Inzwischen hätten sie die Nachricht erhalten, Escada wolle weiterhin Felle von Tieren verwenden, die zur Fleischproduktion gezüchtet werden. Ihnen reicht das aber nicht aus. Deshalb wollen sie nun ihre Proteste wieder aufnehmen, die sie nach Escadas Ausstiegs-Ankündigung vorläufig eingestellt hatten.

In Deutschland wird die internationale Anti-Pelz-Kampagne unterstützt von der »Offensive gegen die Pelzindustrie«. Sie hat bereits mehrere Modeunternehmen in die Knie gezwungen. C&A, Karstadt-Quelle und Peek&Cloppenburg verzichten zum Beispiel inzwischen auf Echtfelle.

Das Erfolgsrezept der Tierschützer: Sie konzentrieren sich auf ein Unternehmen und protestieren so lange, bis es aus dem Pelzgeschäft aussteigt. Vor drei Jahren ist Escada zum Ziel geworden, seitdem gab es Kundgebungen, Blockadeaktionen und Großdemonstrationen. Insgesamt fast 1000 Aktionen sind im Internet dokumentiert.

Originalquelle: neues-deutschland.de

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