Die „einzigen linken Energiequellen“

Nur der Übergang zu regenerativen Energien könne und werde zwangsläufig die Macht der großen Konzerne brechen, sagt Eurosolar-Präsident Hermann Scheer. „Die Energiequelle bestimmt das Energiesystem.“

von Felix Werdermann

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Der Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien wird nach Ansicht von Hermann Scheer die Strukturen in der Energiewirtschaft grundlegend ändern. Der Präsident von Eurosolar, einer europäischen Vereinigung für regenerative Energien, sagte am Donnerstagabend bei der Eröffnung eines Nachhaltigkeitskongress der Rosa-Luxemburg-Stiftung: „Das Energiesystem aufrechtzuhalten und nur die Energiequellen auszutauschen, das wird nicht gehen.“

Unter dem Titel „Power to the People“ werden noch bis Samstag Wissenschaftler und Politiker in Berlin über Energiepolitik und die Möglichkeit eines „Green New Deals“ diskutieren. Teilnehmen wollen unter anderem die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti, der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold sowie zahlreiche Umweltpolitiker der Linkspartei.

„Nicht nur vor dem Hintergrund des Klimawandels diskutieren“

Den Auftakt hat Hermann Scheer gemacht, der auch für die SPD im Bundestag sitzt. „Ich warne davor, die Energiedebatte immer nur vor dem Hintergrund des Klimawandels zu führen“, sagte er. Schließlich seien erneuerbare Energien nicht nur klimafreundlicher als die fossile Konkurrenz. Die „Verfügbarkeit der Rest-Ressourcen“ müsse genauso bedacht werden, wie das Energiesystem. Darunter versteht Scheer zum Beispiel die Fördertechniken, Transportinfrastruktur oder auch die Organisationsform der Energieunternehmen. „Die Wahl der Energiequelle bestimmt das Energiesystem.“

Wenn auf fossile Ressourcen wie Öl oder Kohle gesetzt werde, sei das Energiesystem „zwangsläufig von der Quelle zentralisiert. Das ist physikalisch vorgegeben.“ Als Beleg führte er auf, dass heute 60 Prozent des jährlichen Ölverbrauchs aus nur 40 Ölfeldern stamme. Es gebe nur noch vier große Kohleexportländer, sowie sechs oder sieben Staaten, die in großem Umfang Uran exportieren. Dadurch werde eine riesige Infrastruktur für den Transport nötig, denn: „Der Energieverbrauch ist immer dezentral.“

Beim Wechsel zu erneuerbaren Energien bestehe die „Chance zu heimischen Energien“. Auch würden wenige große Anbieter durch viele kleinere abgelöst, die kommunale Energiewirtschaft wiederbelebt. Wind, Wasser und Sonne, seien daher die „einzigen linken Energienquellen“.

Originalquelle: klimaretter.info

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