Castor schottern blockiert

Probleme bei der Mobilisierung für die Castorproteste: Bei Yahoo konnten E-Mails mit der Domain castor-schottern.org im Betreff nicht verschickt werden.

Von Felix Werdermann

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Da staunte David nicht schlecht: Eine E-Mail an seine Freunde konnte der Atomkraftgegner nicht versenden. Das Problem: In der Betreffzeile war die Domain castor-schottern.org angegeben, das ist die Adresse der Kampagne »Castor? Schottern!«. Sie wirbt dafür, beim Atommülltransport nach Gorleben Ende dieser Woche den Schotter aus dem Gleisbett zu entfernen und damit die Strecke unbefahrbar zu machen.

In der Fehlermeldung konnte David nachlesen: »Wenn Mails blockiert werden, liegt das in der Regel daran, dass sie unsere Spam-Filter ausgelöst oder zu viele Empfänger haben.« Wie sich auf ND-Nachfrage herausstellte, hat der E-Mail-Anbieter Yahoo die Mails tatsächlich als Spam betrachtet. Der Grund: Castor-schottern.org war bei Spamhaus gelistet. Diese internationale Non-Profit-Organisation mit Sitz in der Schweiz möchte das Aufkommen unerwünschten Mailverkehrs senken und setzt daher Internetadressen, von denen viel Spam verschickt wird, auf eine schwarze Liste.

Weshalb es auch die Seite der Anti-Atomkraft-Kampagne getroffen hat, bleibt unklar. Eine entsprechende Anfrage hat Spamhaus bis heute nicht beantwortet. Auf der Website ist aber nachzulesen, dass die Domain inzwischen von der schwarzen Liste gestrichen wurde. Bei Yahoo konnten E-Mails schon kurz nach dem Bekanntwerden des Vorfalls wieder verschickt werden. Allerdings würden auch andere E-Mail-Anbieter auf die schwarze Liste von Spamhaus zurückgreifen, sagte eine Sprecherin von Yahoo Deutschland. »Es dürfte also auch bei anderen Anbietern Probleme gegeben haben.«

Bei der Kampagne »Castor? Schottern!« hört man von den Problemen zum ersten Mal. Zwar verschicke man einen Newsletter und Presseinformationen an eine große Zahl von Empfängern, sagt Kampagnensprecher Christoph Kleine. Unerwünschte Massenmails seien aber nicht versandt worden. Vielmehr könne er sich vorstellen, dass die Spam-Einordnung zusammenhänge mit technischen Schwierigkeiten vor einiger Zeit. Dass staatliche Behörden hinter dem Vorgang stehen, hält Kleine aber für unwahrscheinlich.

Originalquelle: neues-deutschland.de

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