Medienhype um Klimawandel

Über kein anderes Umweltthema wurde in den letzten sechs Jahren soviel berichtet wie über die globale Erderwärmung. Besonders viel schreiben die Zeitungen während der internationalen Klimakonferenzen. Der gescheiterte Gipfel von Kopenhagen hat in dieser Hinsicht alle Rekorde gebrochen.

von Felix Werdermann

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Der Klimawandel erlebt einen medialen Höhenflug. Über kein anderes Umweltthema wurde in den letzten sechs Jahren so viel geschrieben wie über die globale Erderwärmung. Das zeigt die neue Internetseite trendsinsustainability.com, die 115 Zeitungen aus 41 Ländern auswertet. Besonders häufig berichten die Medien im Winter über den Klimawandel – in den Monaten der internationalen Klimakonferenzen.

Erstellt wurde die neue Website von einem internationalen Team an Wissenschaftlern, unter anderem vom Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT). Finanziert wurde es von den beteiligten Instituten, einer schwedischen Stiftung und dem deutschen Forschungsministerium.

Mit wenigen Klicks lässt sich ein weltweiter Pressespiegel aus bunten Grafen erstellen. Im Fokus stehen dabei soziale und ökologische Themen: Wie wird über Armut, über sauren Regen, über Korruption berichtet? Die Entwicklungen lassen sich seit dem Jahr 1990 verfolgen, für eine aktuelle Presseschau eignet sich die Internetseite aber nicht. Denn die Statistik reicht nur bis zum Mai dieses Jahres.

Trotzdem lassen sich interessante Trends ausmachen: So hat die Klima-Berichterstattung im Dezember 2009 ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht: Nie schaffte es das Thema so häufig in die Zeitungen wie während des erfolglosen Klimagipfels in Kopenhagen. Im Durchschnitt befanden sich mehr als drei Artikel in einer Ausgabe.

In Deutschland waren es sogar fast vier Artikel, ein neuer Rekord ist das für die deutschen Medien allerdings nicht: Im März 2007 waren mehr als vier Artikel in einer Zeitung. Im Monat zuvor der erste Teils des vierten IPCC-Sachstandsberichts veröffentlicht. Das ist die Zusammenfassung des Weltklimarats über die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels.

Um die Berichterstattung zu analysieren, wurden sechs deutsche Zeitungen ausgewertet: Berliner Zeitung, die tageszeitung, Die Welt, Frankfurter Rundschau, Hamburger Abendblatt und Stattgarter Zeitung. Weltweit wurde hauptsächlich die Presse der Industrieländer ausgewertet: In Russland, China oder Japan wurden nur englischsprachige Zeitungen berücksichtigt, Staaten aus Afrika fehlen (mit Ausnahme von Südafrika) komplett.

Doch das soll sich bald ändern. Mitte des nächsten Jahres ist ein Update geplant, bei dem zusätzliche Zeitungen einbezogen werden sollen. Vor allem Publikationen aus Afrika und Skandinavien sollen hinzukommen, sagt Ralf Barkemeyer von der Universtität Leeds gegenüber klimaretter.info. Ob die Daten auch danach regelmäßig aktualisiert werden, steht noch nicht fest. Barkemeyer könnte sich das durchaus vorstellen. Die Finanzierung ist jedoch noch unklar.

Originalquelle: klimaretter.info

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