Die wahren Motive Vattenfalls

Vattenfall gibt seine beiden Pannenreaktoren an Eon ab, um das eigene Image aufzupolieren – und kommt damit gleichzeitig einer laufenden Prüfung der eigenen Zuverlässigkeit zuvor.

Ein Kommentar von Felix Werdermann

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Es klingt nach einem Erfolg für Umweltschützer: Der Energiekonzern Vattenfall will in Deutschland keine Atomkraftwerke mehr betreiben. Dem Konkurrenten Eon gehören bereits heute große Anteile der Vattenfall-Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel, in Zukunft soll Eon die Betriebsführung übernehmen und womöglich die Anlagen ganz aufkaufen. Offiziell sprechen die beiden Atomkonzerne von „betriebliche Optimierungen“, doch dieser Grund ist bloß vorgeschoben.

In Wirklichkeit geht es nämlich um etwas ganz anderes: Das ramponierte Image von Vattenfall soll aufpoliert werden. Tausende Stammkunden sind nach den Störfälle in den beiden Reaktoren zu Ökostromanbietern gewechselt. Dem schwedischen Staatsunternehmen ist es bis heute nicht gelungen, diesen Trend aufzuhalten.

Kampagnen von Atomkraftgegnern haben ihren Teil dazu beigetragen. „Tschüss Vattenfall“ ist längst zu einem erfolgreichen Öko-Slogan geworden. Nun soll den Umweltaktivisten der Wind aus den Segeln genommen werden, indem Vattenfall sauber wird und Eon die Drecksarbeit übernimmt.

Vattenfall will ein zweites Desaster vermeiden

Es gibt aber noch einen weiteren Grund für den geplanten Betreiberwechsel. Das Land Schleswig-Holstein prüft derzeit, ob Vattenfall überhaupt ein zuverlässiger AKW-Betreiber ist. Erst letzte Woche hatte die Atomaufsicht die neue Vattenfall-Kandidatin für die Leitung von Krümmel abgelehnt. Ein zweites Desaster möchte sich Vattenfall nun offenbar ersparen und kommt einer Entscheidung der Aufsichtsbehörde zuvor, indem Eon neuer Betreiber wird.

Dann kann das Kraftwerk auch möglichst schnell wieder ans Netz. Das bringt Vattenfall und Eon ordentlich Geld, denn mit jedem Tag Stillstand gehen Hunderttausende Euro an Profiten flöten. Nur die Sicherheit, die spielt in all den Überlegungen keine Rolle. Aber wer hätte das bei dem Thema schon gedacht?

Originalquelle: klimaretter.info

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