Archiv für April 2011

Google gegen die Krake

Welche Internetunternehmen verteidigen Kundendaten gegen staatliche Zugriffe, fragte der US-Thinktank Electronic Frontier Foundation – und lobt, neben Twitter: Google

von Felix Werdermann

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Tatsächlich: Google landet ganz vorn im Ranking. Der Suchmaschinenriese ist nicht unbedingt bekannt für einen besonders sorg- und sparsamen Umgang mit Benutzerdaten. Aber immerhin setzt sich Google vor Gericht und in der Politik für den Schutz von Daten gegenüber staatlicher Neugier ein und listet auf, welcher Staat wie viele Daten von dem Unternehmen erhält. Das behauptet die Electronic Frontier Foundation (EFF), ein US-amerikanischer Thinktank für digitale Rechte. (mehr…)

Die vertuschte Katastrophe

Bis heute wird über die Zahl der Tschernobyl-Toten gestritten. Die offiziellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden mit der Internationalen Atomenergiebehörde abgestimmt, einer Lobbyorganisation für die Atomkraft. Die Katastrophe zeigt außerdem, dass den Mächtigen ihr Ansehen wichtiger ist als die Gesundheit der Bevölkerung.

Aus Berlin Felix Werdermann

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Im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark gab es die ersten Zeichen: Die Geigerzähler knattern ohne Pause. Das sind die Geräte, mit denen Radioaktivität gemessen wird. Die Strahlung ist deutlich höher als normalerweise, und das auch noch einen Kilometer entfernt vom Reaktor. Der Kraftwerksleiter löst Alarm aus, die Bevölkerung wird über Rundfunk informiert. Doch die Gefahr kommt nicht aus dem Kraftwerk in Forsmark. Die Schweden merken an jenem Tag die Folgen einer Atomkatastrophe, wie es sie bis dahin noch nicht gegeben hat: In Tschernobyl, mehrere hundert Kilometer entfernt, war es zwei Tage vorher zum Super-GAU gekommen. (mehr…)

Vernebelte Meiler

Im Mai sollen erste Ergebnisse des AKW-Stresstests vorliegen. Auch die Gefahr durch Flugzeugabstürze wird untersucht – dabei sind die meisten Probleme lange bekannt

Von Felix Werdermann

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Der „Thunderbolt“ startete über Laufendorf noch einmal durch, dann stürzte der in Spangdahlem in Rheinland-Pfalz gestartete Kampfjet der US-Armee kurz hinter dem Dorf ab. Man sei, befand Bürgermeister Karl-Josef Junk, „knapp einer Katastrophe entgangen“.

Was Anfang des Monats in der Eifel geschah, wird in diesen Wochen Teil des Stresstests der Reaktorsicherheitskommission sein. Die Ingenieure sollen unter dem Eindruck des GAU von Fukushima prüfen, ob deutsche Atomkraftwerke gegen Erdbeben und Hochwasser gefeit sind – und was Abstürze von Militärjets oder voll betankten Passagiermaschinen den Meilern anhaben können. Von den Befunden soll maßgeblich der Weiterbetrieb abhängen.

Die Opposition hat den Stresstest als Täuschung kritisiert. Die Mängel seien längst bekannt. Auch die Terrorgefährdung durch einen gezielten Flugzeugabsturz ist bereits vor Jahren untersucht worden. Mit erschreckenden Ergebnissen: Die Wand der älteren Meiler könnte durchschlagen werden; in neueren Anlagen verhindern womöglich herumfliegende Trümmer und Brände ein sicheres Herunterfahren.

Was SPD und Grüne nicht sagen: Auch ihre Umweltminister waren für den Schutz der AKW vor Flugzeugabstürzen verantwortlich – und haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. (mehr…)

Volle Haftung für Reaktoren

Atomausstieg durch Haftpflichtversicherung – das ist die Idee hinter einer neuen Unterschriftensammlung von Atomkraftgegnern im Internet. Wenn Betreiber vom Bund zu einer Betriebshaftpflicht verpflichtet würden, für sämtliche Kosten aufzukommen werde Atomstrom unbezahlbar.

Von Felix Werdermann

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Es gibt viele Gründe für das Ende der Atomenergienutzung, doch einer dürfte selbst eingefleischte Befürworter ins Grübeln bringen: Der Betrieb der Reaktoren ist nur zu einem geringen Teil versichert. Kommt es zu einem großen Unfall, müsste die Bevölkerung für die Schäden aufkommen. Dieses Argument macht sich ein Online-Appell der Initiative ausgestrahlt zunutze. Seit Dienstag haben bereits über 3000 Menschen unterschrieben (www.ausgestrahlt.de). (mehr…)

Energie muss teurer werden!

Die Preise sollten die ökologische Wahrheit sprechen, damit die Menschen sparsam mit Energie umgehen. Und als Argument gegen den Atomausstieg eignen sich hohe Stromkosten sowieso nicht.

Ein Kommentar von Felix Werdermann

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Es scheint fast so, als wollte sich das Statistische Bundesamt in die Atomausstiegsdebatte einmischen. Heute wurden Zahlen veröffentlicht, die zeigen: Die Energiepreise sind innerhalb des letzten Jahres um mehr als ein Zehntel gestiegen, die Strompreise immerhin um 7,6 Prozent. Das spielt den Gegnern eines zügigen Atomausstiegs in die Hände – zu Unrecht. Denn Energie ist heute viel zu billig. (mehr…)

Wie geheim darf eine IP-Adresse sein?

In den USA ist eine Debatte entbrannt, wie schützenswert die Daten von IP-Adressen sind. Anlass ist die jüngste Runde im Kampf der US-Regierung gegen Wikileaks

Von Felix Werdermann

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Ist eine IP-Adresse eher Handy oder Festnetztelefon? Um diese Frage geht es mittlerweile im Streit zwischen den USA und ihrem Lieblingsfeind, der Enthüllungsplattform Wikileaks. Das US-Justizministerium will vom Kurznachrichtendienst Twitter vertrauliche Daten über Anhänger von Wikileaks bekommen; drei von ihnen wehren sich juristisch. Vor rund einem Monat hatte ein US-Bundesbezirksgericht entschieden, dass Twitter die Daten herausrücken müsse. Die Wikileaks-Sympathisanten haben Berufung eingelegt. (mehr…)

Atomkraftwerke einsparen

Es ist wirtschaftlich, sicher und umweltfreundlich: Durch Stromsparen ließen sich in Deutschland bis zum Jahr 2020 mindestens neun Atomkraftwerke überflüssig machen.

von Felix Werdermann

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Nach dem Atomunfall in Japan wird auch in Deutschland über einen schnelleren Atomausstieg diskutiert. Da rechnet sich auch die vor Kurzem gegründete Energieeffizienz-Lobby Deneff Chancen aus: Gestern legte sie einen Vorschlag für ein 10-Punkte-Sofortprogramm vor, mit dem der Atomausstieg schnell und wirtschaftlich zu machen sei. In dem Branchenverband Deneff sind Unternehmen zusammengeschlossen, die etwa Gebäude sanieren oder energiesparende Geräte vermarkten – sie profitieren also von Energieeffizienz-Maßnahmen. (mehr…)

Wissenschaftler gegen Atomkraft?

Professor Schluchter über einen neuen Internetaufruf / Prof. Wolfgang Schluchter, 67, leitet den Lehrstuhl für sozialwissenschaftliche Umweltfragen an der TU Cottbus

Interview: Felix Werdermann

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ND: Sie sind Initiator des Aufrufs »Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den Ausstieg aus der Kernenergie«. Warum sollten gerade Professoren und Privatdozenten ihre Stimme erheben?

Schluchter: Ich habe nach der Atomkatastrophe in Japan mit vielen Kolleginnen und Kollegen gesprochen. Sie alle waren der Meinung, dass wir als Wissenschaftler das Gewicht unserer Stimmen nutzen sollten. Wir verstehen uns als Elite, ohne aber andere diskriminieren zu wollen. Hinterher kann jedenfalls niemand behaupten, die Wissenschaft hätte nichts gesagt. (mehr…)

Terroristen ausgeliefert

Flugzeugangriffe hält kaum ein AKW aus

von Felix Werdermann

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Nach der Katastrophe von Fukushima möchte die Bundesregierung die Sicherheit der deutschen Reaktoren erneut überprüfen, unter anderem in Hinblick auf mögliche Angriffe mit Flugzeugen. Tatsächlich aber sind ihr die Sicherheitsmängel längst bekannt.

In einer Anfang 2003 vorgelegten Studie, die die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit im Auftrag des Umweltministeriums erstellte hatte, werden für fünf AKWs Angriffe mit Flugzeugen durchgespielt – und zwar mit verschiedenen Flugzeuggrößen und Anfluggeschwindigkeiten. Die Ergebnisse wurden zwar nie veröffentlicht, der taz liegt aber eine Zusammenfassung aus dem Ministerium vor. Diese zeigt, dass bei den älteren Anlagen mit „großflächiger Zerstörung des Reaktorgebäudes“ zu rechnen ist. Die neuesten Kraftwerke würden dem Absturz kleinerer Maschinen vermutlich standhalten. Jedoch gibt es auch für sie Szenarien, in denen die „Beherrschung fraglich“ wird – etwa wenn herumfliegende Trümmer oder Brände ein sicheres Herunterfahren verhindern. (mehr…)

„Atom-Anne“ ist zurück

Eigentlich kann einem Atomkonzern nichts schlimmeres passieren als ein Tschernobyl oder ein Fukushima: Die Börsenkurse des französischen Konzerns Areva sanken in den letzten Wochen, Aufträge wurden abgesagt und Stimmung gegen die Atomlobby gemacht. Doch von Depression keine Spur: Der Konzern hält schon wieder Ausschau nach neuen Geschäftspartnern und die Areva-Chefin wird als Retterin gefeiert.

Von Susanne Götze und Felix Werdermann

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Seit der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima laufen die Geschäfte des französischen Atomkonzerns Areva schlecht: Wichtige Partner in China, Südafrika, Indien und Deutschland sind ins Zweifeln gekommen, haben Moratorien verhängt und Neubauten in Frage gestellt. Sogar die französische Behörde für nukleare Sicherheit (Autorité de sûreté nucléaire), denkt seit letzter Woche darüber nach, den Bau des französischen Druckwasserreaktores EPR auszusetzen.

Doch trotz aller Unkenrufe sieht die Atomwirtschaft auch nach der Katastrophe in Fukushima großes Potential für neue Reaktoren. Nach einer internen Einschätzung Arevas gebe es außerhalb Japans keinen Grund, die atomaren Ausbaupläne zu stoppen. Neubauten könnten sich jedoch verzögern, weil eventuelle neue Sicherheitsstandards vorgeschrieben würden. Das französische Netzwerk »Atomausstieg« hatte ein entsprechendes Firmenpapier im Internet veröffentlicht. Es handelt sich um eine vorläufige Einschätzung der Auswirkungen von Fukushima auf die Atomindustrie vom 25. März, also zwei Wochen nach dem Unfall. (mehr…)