Archiv für Mai 2011

Stromnetzbetreiber befürchten Engpässe

Bleiben die acht abgeschalteten Reaktoren auch nach dem »Atom-Moratorium« vom Netz, könnte der Strom im Winter knapp werden. Das behaupten die Übertragungsnetzbetreiber, die teilweise den Atomkonzernen selbst gehören.

Von Felix Werdermann


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Stromausfälle gab es nicht, als der Energiekonzern RWE am Wochenende sein Atomkraftwerk Emsland in Lingen zur routinemäßigen Sicherheitsüberprüfung abgeschaltet hatte. Auf einmal lieferten in ganz Deutschland nur noch vier der insgesamt 17 Reaktoren Strom.

Die Praxis hat damit die Unkenrufe der Atomindustrie widerlegt: Die deutschen Reaktoren sind nicht zwingend notwendig für die Energieversorgung, derzeit mindert auch die Solarenergie die Gefahr eines »Blackouts«. (mehr…)

Atomausstieg statt Subventionen

Würde umweltschädliches Verhalten nicht weiter subventioniert, hätte der Staat genug Geld für die Energiewende. Das Forum Ökologische-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) fordert ein Umsteuern von Milliardenbeträgen.

Aus Berlin Felix Werdermann

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Ein schnelles Ende der Atomenergie ist unbezahlbar? Keinesfalls, argumentiert eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), die am heuigen Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte das Institut beauftragt, herauszufinden, ob sich der Umbau der Energieerzeugung in Deutschland durch den Abbau umweltschädlicher Subventionen bezahlen ließe. (mehr…)

„AKW nicht umfassend geprüft“

Am Montag hat die Reaktorsicherheits-Kommission ihren Bericht an die Bundesregierung übergeben. Nun äußert Wolfgang Renneberg Kritik an dem AKW-Stresstest. Er war von 1998 bis 2009 Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit, Strahlenschutz und Entsorgung im Bundesumweltministerium. Heute arbeitet er im „Büro für Atomsicherheit“ in Bonn.

Interview von Felix Werdermann

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Herr Renneberg, als am Montag die Reaktorsicherheits-Kommission ihren Bericht an die Bundesregierung gegeben hat, haben die Umweltverbände unterschiedlich reagiert. Die einen halten die Ergebnisse für unbrauchbar, die anderen sehen in ihnen den Beleg, dass die ältesten Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen. Was stimmt denn nun?

Wolfgang Renneberg: Der als Stresstest angekündigte Check war keine umfassende Sicherheitsüberprüfung der Kraftwerke. Deswegen eignen sich die Ergebnisse nicht als Grundlage für eine gesellschaftspolitische Entscheidung über die Zukunft der Atompolitik. Gleichwohl bestätigen die Ergebnisse, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt.

Was genau wurde überprüft, und was nicht?

Ignoriert wurde etwa die Frage, ob die Sicherheitssysteme ausreichen, um einen Störfall zu beherrschen. Stattdessen wurde untersucht, ob nach einem unterstellten Ausfall der Sicherheitssysteme zusätzliche Möglichkeiten zum Schutz vorhanden sind. Das ist so, wie wenn Sie einem altersschwachen Flugzeug mit stotterndem Motor ein besonders gutes Zeugnis ausstellen, nur weil es einen Fallschirm an Bord hat. (mehr…)

Klima-Allianz: In Zukunft ohne Großkonzerne

Bei einer Energieversorung aus regenerativen Quellen seien große Energiekonzerne überflüssig, meint der Investorenberater Christoph Kuplent von Merrill Lynch. Auf dem „Alternativen Energiegipfel“ der Klimaallianz glaubt auch der CDU-Politiker Andreas Jung, dass von Energiewende vor allem kleine Unternehmen profitieren.

Von Felix Werdermann

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Über das Tempo wird gestritten, das Ziel aber ist klar: Die deutsche Politik möchte eine Stromversorgung mit einem möglichst hohem Anteil an erneuerbaren Energien. Das könnte kleinen Unternehmen mehr Vorteile bringen als großen Konzernen, meinen nun Experten. (mehr…)

Die Angst der Atomlobby

Politische Diskussionen entfallen bei der diesjährigen Jahrestagung des Deutschen Atomforums. Das zeigt: Die Atomlobbyisten haben Angst vor negativer Publicity in der Öffentlichkeit.

Ein Kommentar von Felix Werdermann

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Über politische Konsequenzen aus Fukushima möchten die Atomlobbyisten lieber nicht sprechen. Wenn sich das Deutsche Atomforum zu seiner Jahrestagung in Berlin versammelt, geht es in diesem Jahr nur um technische Aspekte. Offiziell erklärt der Dachverband der Nuklearindustrie dazu, „beim gegenwärtigen Entscheidungsstand der Politik“ würde in politischen Fragen „vieles im Bereich der Spekulation liegen“. Doch dieser Grund ist bloß vorgeschoben.

Natürlich ist die zukünftige Energiepolitik in der Bundesrepublik ungewiss – nach Fukushima gilt dies mehr denn je. Doch das ist das Wesen der Politik: Sie ist nicht vorhersehbar, sie kann sich jederzeit ändern. Und das ist auch gut so. Nicht auszudenken, wenn die Politik nicht auf Ereignisse wie in Fukushima reagieren würde! (mehr…)

Keine Diskussion über die Energiepolitik

In ganz Deutschland wird über die Zukunft der Atomkraft diskutiert, nur nicht auf der Jahrestagung des Deutschen Atomforums. Der Dachverband der Atomindustrie hat den politischen Teil der Konferenz abgesagt – zumindest vorläufig.

Von Felix Werdermann

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Bereits vor einigen Tagen jubelten Atomkraftgegner: Beim Treffen der Atomlobbyisten fallen große Teile des Programms aus. Zunächst hieß es, die Eröffnung am Montagabend sei abgesagt worden, später wurde bekannt, dass auch der politische Teil am Dienstagvormittag nicht wie geplant stattfindet.

Nun ist ein Streit um die richtige Interpretation entbrannt. Während die Organisatoren vom Atomforum auf die unklare Zukunft der Atompolitik verweisen, sehen Atomkraftgegner das gekürzte Programm als Folge der seit Wochen angekündigten Proteste. (mehr…)

Der Spion bin ich

Französische Lehrer sollen beobachten, welche Schüler andere auf Facebook mobben – so möchte es das Erziehungsministerium. Verhindern können sie die Beschimpfungen nicht

von Felix Werdermann

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Facebook ist kein Pausenhof. Oder?

Schülern hinterherschnüffeln bei Facebook – das steht zukünftig für französische Lehrer auf dem Stundenplan. Nach Plänen der Regierung sollen Pädagogen demnächst überwachen, ob ihre Schüler in dem sozialen Netzwerk andere mobben. Betroffenen Schülern soll geholfen werden, auf die Täter wartet eine Anzeige. Und das Facebook-Konto ist dann ebenfalls futsch. Das Unternehmen hat der französischen Regierung versprochen, die Profile von Mobbern zu löschen. (mehr…)

Studium nur noch für die Elite

Ein Kommentar von Felix Werdermann

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Auf den ersten Blick erscheint ein Stipendium als etwas Tolles: Man wird einmal angenommen und erhält über Jahre hinweg finanzielle Unterstützung – quasi ohne Gegenleistung, man studiert eben. Sich bei einer der staatlich anerkannten Stiftungen zu bewerben, ist immer ein guter Rat. Nur: Was den Einzelnen freut, ist für die Studierendenschaft insgesamt fatal.

Denn das Stipendium ist Teil eines Prinzips, das auf Exzellenz für wenige setzt und auf schlechtes Mittelmaß für viele. Das Stipendium verstärkt soziale Ungleichheiten, weil nachgewiesenermaßen vor allem Studierende aus akademischen und wohlhabenden Elternhäusern davon profitieren, die eine Unterstützung eigentlich gar nicht nötig hätten. Arbeiterkinder sind auf das Bafög angewiesen, aber der Satz wird kaum angehoben. Der Zusammenhang ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich: Wenn der Bund (immer mehr) Millionen Euros in Stipendien steckt, bleibt kein Geld für die Bafög-Erhöhung übrig. (mehr…)

Profs müssen Arbeiten lesen

Wir sprachen mit Plagiats-Expertin Debora Weber-Wulff von der HTW über unnütze Erkennungssoftware und die wissenschaftliche Praxis.

Interview von Felix Werdermann


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Frau Weber-Wulff, hat die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft unter der Guttenberg-Affäre gelitten?

Debora Weber-Wulff: Ja, sehr stark. Über die Doktorarbeit wurde viel gescherzt, nach dem Motto: In der Schule hat doch jeder mal abgeschrieben. Viele Wissenschaftler ärgern sich, dass es ihnen nicht gelungen ist, darzustellen, dass Wissenschaft etwas anderes ist als Text-Remix. (mehr…)