Archiv für August 2011

Oberste Kämpferin gegen den Hunger

Josette Sheeran leitet das UN-Welternährungsprogramm. Um klare Worte ist die Ex-Journalistin nicht verlegen. Schon im April warnte sie vor einer Hungerkrise in Somalia

Von Felix Werdermann

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Es muss deprimierend gewesen sein: Schon im April reiste Josette Sheeran an das Horn von Afrika und warnte vor einer Hungerkrise. Doch ihre Worte verhallten. Jetzt beschäftigt sie sich täglich mit der Situation in Somalia: Sheeran leitet als Exekutivdirektorin das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, das dort Lebensmittel verteilt.

Den Hunger der Welt in das Rampenlicht der Öffentlichkeit zu rücken, das ist die wohl wichtigste Aufgabe von Sheeran. Damit kennt sich die frühere Journalistin aus: Auf Pressekonferenzen überrascht sie mit knackigen Sätzen, sie weiß, was Medienvertreter hören wollen. Auch vor drastischen Formulierungen schreckt die US-Amerikanerin nicht zurück: Im Jahr 2008 nannte sie die Lebensmittelkrise einen „stillen Tsunami“, zwei Jahre später sagte sie, es sei „nahezu kriminell“, wenn die Weltgemeinschaft nichts gegen das Leid hungernder Kinder unternehme. (mehr…)

Kaltreserve: Kohle oder Atom?

Bis Ende des Monats muss die Bundesnetzagentur die Entscheidung treffen: Welches Kraftwerk soll neu angefahren werden, um im Winter Stromengpässe zu vermeiden? Baden-Württemberg hat das Kohlekraftwerk in Mannheim vorgeschlagen. Aber auch ein stillgelegter Atomreaktor kommt grundsätzlich in Frage. Dass auf ein zusätzliches Kraftwerk ganz verzichtet wird, ist unwahrscheinlich.

Von Felix Werdermann

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Es ist wohl das kleinere Übel: Baden-Württemberg möchte verhindern, dass eines der acht vor kurzem stillgelegten Atomkraftwerke wieder angefahren wird und hat daher vorgeschlagen, ein altes Kohlekraftwerk zu reaktivieren. Dadurch soll vermieden werden, dass es in den kommenden Wintern 2011/2012 und 2012/2013 zu Stromengpässen kommt. (mehr…)

Sag Nein zu Powerpoint!

Folien, die zu oft benutzt werden, bergen politisches Potenzial: Die Schweizer Anti-Power-Point-Partei APPP kämpft nun gegen den Zwang zur Powerpoint-Präsentation

Von Felix Werdermann

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Genervt von langweiligen Präsentationen mit langweiligen Powerpoint-Folien? Keine Angst, es gibt Hoffnung! In der Schweiz hat sich die „Anti-PowerPoint-Partei“ (APPP) gegründet, im Kanton Zürich tritt sie zur Nationalratswahl am 23. Oktober an. Die Partei selbst versteht sich als „internationale Bewegung“, um auf ein schwerwiegendes Problem aufmerksam zu machen: „In manchen Ländern werden Schüler und Studenten mit schlechten Noten bestraft, wenn sie bei ihrer Präsenta­tion kein Powerpoint nutzen.“ Die Partei schätzt die Zahl der Betroffenen auf 250 Millionen. (mehr…)

Tausche Politik gegen Geld

Die ARD-Dokumentation „Rot-Grün macht Kasse“ beleuchtet die Lobbytätigkeiten von Schröder, Fischer und Co. Immer mit der Moralkeule, aber Lösungen fehlen – im Film

Von Felix Werdermann

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Es ist wahrscheinlich ein Phänomen der Medien-Demokratie. Jeden Tag sind die Nachrichten voll mit neuesten Ankündigungen der Politiker in Koalition oder Opposition. Was am Tag zuvor war? Schnee von gestern. Was im Jahr zuvor war? Schon längst vergessen. Die Folge: Sind Politiker einmal aus Berlin verschwunden, kräht kein Hahn mehr nach ihnen. Egal, was sie tun. Eine lobenswerte Ausnahme ist die ARD-Dokumentation „Rot-Grün macht Kasse“, die gestern abend im Fernsehen lief und jetzt in der Mediathek oder auf Youtube angesehen werden kann. (mehr…)

Gefälschte Attac-Mitteilung

Unbekannte haben im Namen des Netzwerks eine Presseerklärung verschickt – wegen Kritik am Freiburger Oberbürgermeister, dem Schirmherren der europäischen Attac-Akademie

Von Felix Werdermann

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Selbst die Globalisierungskritiker sind nicht sicher vor der Kommunikationsguerilla. Bisher hatten sich vor allem Regierungen und Großkonzerne mit gefälschten Erklärungen herumzuschlagen. Nun musste auch Attac eine Pressemitteilung dementieren, die Unbekannte im Namen des Netzwerks verschickt hatten. Darin heißt es, Attac habe dem Freiburger Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) die Schirmherrschaft über die europäische Attac-Akademie entzogen. (mehr…)

Kein Geld für kein Öl

Ecuador will auf ungewöhnliche Art Klima und Artenvielfalt schützen. Aber die deutsche Bundesregierung blockiert. Sie befürchtet, dass auch andere Länder Geld verlangen

Von Felix Werdermann

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Während der großen Koalition war noch alles in Ordnung. Die Bundesregierung wollte das innovative Regenwaldprojekt Yasuni-ITT unterstützen, im Bundestag gab es dafür breite Unterstützung, Union, SPD und Grüne haben eine gemeinsame Resolution beschlossen. Mit Dirk Niebel wurde alles anders. In der neuen Regierung avancierte der FDP-Mann zum obersten Chef des Entwicklungsministeriums, das seine Partei im Wahlkampf noch abschaffen wollte.

Seit Niebel regiert, sieht es schlecht aus um den Yasuni-Regenwald. Der Minister rückt kein Geld raus, nimmt sogar Streit mit den Fachpolitikern der schwarz-gelben Koalition in Kauf. Dabei ist das Projekt einmalig: Ecuador sichert zu, den Dschungel zu schützen und das Erdöl im Boden zu lassen, dafür soll das Land entschädigt werden – mit 3,5 Milliarden Dollar, rund der Hälfte der potentiellen Einnahmen. Mit dem Geld soll auch die ecuadorianische Energiewende unterstützt werden. Ein UN-Fonds wurde bereits eingerichtet. (mehr…)

Für mehr Anonymität

Innenminister Friedrich ist gegen anonyme Internetbeiträge. Egal. Aber auch soziale Netzwerke wie Facebook fordern Klarnamen – das kann in Zukunft zum Problem werden

Von Felix Werdermann

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Ist das mehr als eine kurze Debatte im Sommerloch? Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) spricht sich gegen anonyme Internetbeiträge aus, die Opposition reagiert empört, der Minister wiegelt ab: Ein Gesetz sei nicht geplant. Bald könnte der Streit schon wieder vergessen sein, dabei müsste jetzt tatsächlich eine Diskussion geführt werden – nur unter umgekehrtem Vorzeichen.

Wie kann man das Bewusstsein dafür stärken, dass Anonymität im Internet notwendig ist? Darauf muss eine Antwort gefunden werden, denn die Freiheit im Netz ist gefährdet. Nicht durch die Bundesregierung oder andere Staatsapparate – die haben im Netz, das keine Grenzen kennt, ohnehin nicht mehr viel zu sagen. Sondern durch Internetkonzerne wie Google und Facebook. Wer sich in einem der beliebten sozialen Netzwerke anmeldet, darf kein Pseudonym verwenden. Google Plus droht mit einer Löschung des Profils, sollte nicht der echte Name angegeben werden. (mehr…)

Spendengala jetzt auch online

Über das Internet an einem Tag 100.000 Euro für Somalia sammeln? Auch Fundraising muss mit der Zeit gehen. Deshalb imitiert man online eine TV-Spendengala

Von Felix Werdermann

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Das Fundraising muss mit der Zeit gehen. Die Dürrekatastrophe in Somalia und die Bilder der hungernden Kinder bewegen so viele Internet-Nutzer, dass die Spendino GmbH, eine auf digitales Spendensammeln spezialisierte Firma, zusammen mit anderen Unternehmen eine Online-Spendengala startete. Am vergangenen Dienstag sollten innerhalb von 24 Stunden über soziale Netzwerke 100.000 Euro eingesammelt werden, nach Angaben von Spendino erstmals auf diese Weise in Deutschland. (mehr…)

Zurück zum Dorfplatz

Ampeln und Schilder fehlen. Autos, Radler und Fußgänger teilen sich die Straße. Zu unsicher? Der Ort Bohmte in Niedersachsen hat den erfolgreichen Gegenbeweis angetreten

von Felix Werdermann

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Anarchie ist machbar, zumindest im Verkehr. Mobilität ohne Ampeln und Schilder führt nicht unbedingt ins Chaos: Fußgänger, Radler und Autofahrer teilen sich eine einzige Straße – die Zahl der Unfälle explodiert trotzdem nicht. Wie das gehen kann? Der niedersächsische Ort Bohmte macht es vor. (mehr…)