Archiv für Oktober 2011

Solaranlagen an der Bahnstrecke?

Die Idee klingt bestechend: Hässliche Lärmschutzwände neben Bahnstrecken könnten mit Solaranlagen bestückt werden. Doch bislang gibt es erst zwei Pilotprojekte. Die Linkspartei findet das zu wenig, die Bahn verweist auf besonders hohe Anforderungen.

Von Felix Werdermann

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In der Nähe von München hat die Firma Phoenix eine Photovoltaikanlage auf einer Lärmschutzwand errichtet. Auch die Deutsche Bahn möchte wissen, ob sie neben den Schienen Sonnenstrom erzeugen kann. Die Linkspartei hat sich deshalb bei der Bundesregierung nach den aktuellen Bauvorhaben erkundigt. Die Antwort zeigt: Derzeit gibt es nur zwei Pilotprojekte – in Duisburg und in Nürnberg. Dort soll untersucht werden, ob die Funktion der Lärmschutzwand beeinträchtigt wird und ob diese das Gewicht der Solaranlage aushält. Laut Bundesregierung wird die Erprobung »voraussichtlich Mitte 2012 abgeschlossen sein«. Beide Projekte werden mit Geldern aus dem Konjunkturpaket II gefördert. Nach Ansicht der Bundesregierung sind die rechtlichen Voraussetzungen vorhanden. (mehr…)

Fatales Signal für die neue Endlagersuche

Strahlenwerte? Darum geht es gar nicht. Mit der Genehmigung der Castor-Einlagerung in Gorleben wird die angeblich „ergebnisoffene“ Endlagersuche zur Farce.

Ein Kommentar von Felix Werdermann

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Nun ist es also amtlich: Die elf zusätzlichen Castor-Behälter mit strahlendem Atommüll dürfen ins Zwischenlager nach Gorleben. Die zulässigen Jahreshöchstwerte für radioaktive Strahlung würden unterschritten, damit spräche nichts gegen die Einlagerung, so das niedersächsische Umweltministerium. Dabei geht es gar nicht um diesen Grenzwert von 0,3 Millisievert, sondern um ein Endlager, in dem Atommüll für Millionen von Jahren verbuddelt werden soll. (mehr…)

Die Laufzeit-Kampagne der Atomlobby

Die „taz“ hat interne Unterlagen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, wie die Atomindustrie vor der letzten Bundestagswahl die öffentliche Meinung beeinflussen wollte. Unter anderem wurde ein Text in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lanciert und ein Verein gegründet um Bürgerengagement vorzutäuschen.

Von Felix Werdermann

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Drei Millionen Euro für den Stimmungsumschwung: Die deutsche Atomindustrie hat es sich was kosten lassen, vor der Bundestagswahl 2009 für einen Ausstieg aus dem Ausstieg zu werben. Wie die öffentliche Meinung beeinflusst werden sollte, geht aus internen Dokumenten hervor, die von der taz nun im Internet veröffentlicht wurden.

Es geht um zwei Papiere – insgesamt 79 Seiten – geschrieben von der Lobbyagentur Deekeling Arndt Advisors aus Düsseldorf. Die Agentur soll an der Kampagne 660.000 Euro verdient haben, der Auftrag kam Anfang 2008 vom Deutschen Atomforum, einem Lobbyverein der Nuklearindustrie. Mitglieder des Atomforums sind unter anderem die vier großen Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. (mehr…)

6.000 bei Castor-Aktionstag

Ein Monat vor dem geplanten Atommülltransport nach Gorleben demonstrieren Atomkraftgegner in 57 Städten entlang der wahrscheinlichen Transportstrecke. Die Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt kritisiert, die Endlagersuche sei nicht ergebnisoffen, der Standort Gorleben werde durch den Castor „zementiert“.

Von Felix Werdermann

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In 57 Städten haben heute Atomkraftgegner gegen den geplanten Castortransport nach Gorleben demonstriert. Ende November soll der Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins Wendland rollen. Zu dem heutigen „Castor-Aktionstag“ hatten mehrere lokale Initiativen aufgerufen. (mehr…)

Ist Philippsburg besser als Gorleben?

Streit unter Atomkraftgegnern: Um einen Transport nach Gorleben zu verhindern, fordert Greenpeace mittlerweile, den Atommüll aus Frankreich am baden-württembergischen Atomkraftwerk Philippsburg zwischenzulagern. Anti-Atom-Initiativen aus dem Südwesten Deutschlands sind empört.

Von Felix Werdermann

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Heute will sich die Anti-Atom-Bewegung warmlaufen für die Proteste gegen den für Ende November geplanten Atommülltransport ins niedersächsische Gorleben. Umweltinitiativen rufen zu einem „Castor-Aktionstag“ auf, in knapp 60 Städten entlang der voraussichtlichen Transportroute wollen Atomkraftgegner heute auf die Straße oder auf die Schiene gehen. Doch die Mobilisierung zu den Castor-Protesten ist überschattet von einem Streit unter Umweltschützern. (mehr…)

Telefonbuch für Linke

Haben Alternativmedien eine Zukunft? Besonders linke Zeitungen geraten durch die Konkurrenz aus dem Internet unter Druck. Doch es gibt sie noch immer – und zwar nicht wenige. Über 650 werden im „Handbuch Alternativmedien 2011/2012“ aufgeführt.

Von Felix Werdermann

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Direkt zu Beginn räumen die Herausgeber ein: »Unzweifelhaft gibt es einen Bedeutungsschwund gedruckter Medien.« Immer mehr Menschen informieren sich im Internet, die großen kommerziellen Verlage fürchten um Anzeigengelder. Die Alternativmedien kommen aber anscheinend ganz gut weg. Das »Handbuch Alternativmedien 2011/2012« listet 472 Printmedien in Deutschland auf, hinzu kommen 89 aus Österreich und 104 Zeitungen oder Zeitschriften, die in der Schweiz erscheinen. (mehr…)

„Weniger oberflächlich diskutieren“

Alternativmedien sollten hauptsächlich Debatten anstoßen, empfiehlt Handbuch-Herausgeber Bernd Hüttner. Nur so hätten sie eine Chance im Internetzeitalter

Interview: Felix Werdermann

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Der Freitag: Herr Hüttner, Sie haben zusammen mit Gottfried Oy und Christiane Leidinger das Handbuch Alternativmedien 2011/2012 herausgegeben. Schon vor fünf Jahren haben Sie ein ähnliches Buch mit einem Adressverzeichnis von Alternativmedien herausgebracht. Was hat sich seitdem geändert?

Bernd Hüttner: Es gibt eine relativ hohe Fluktuation. Ein Fünftel der Zeitungen und Zeitschriften, die wir vor fünf Jahren verzeichnet hatten, gibt es nicht mehr oder erscheint nur noch online. Dafür sind aber auch neue Medien hinzugekommen. Die Gesamtzahl ist ungefähr gleich geblieben – wir haben 472 Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland gefunden. Hinzu kommen die aus Österreich und der Schweiz. Es gibt jedoch kaum ein Medium, bei dem sich nichts geändert hat. Entweder die Redaktion ist umgezogen, es gibt neue Ansprechpersonen oder wir mussten etwas anderes im Verzeichnis ändern.

Online-Medien werden in dem Handbuch nicht aufgeführt. Weshalb? (mehr…)

Der gejagte Jäger

Nach Gutten- und Vroniplag jetzt Siegfried Kauders Website: Warum Netzaktivisten dem Vorsitzenden des Bundestags-Rechtsausschusses Urheberrechtsverletzungen nachweisen

Von Felix Werdermann

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Jens Scholz schlug dieser Tage via Twitter vor, eine neue Bedeutung des Verbs „kaudern“ in den Duden aufzunehmen: „Das Urheberrecht anderer per einfacher Stellungnahme auf sich übertragen“.

Der Hintergrund? Noch vor Kurzem hatte der CDU-Politiker Siegfried Kauder gefordert, Urheberrechtsverletzungen im Netz im Wiederholungsfall mit drei Wochen Internetentzug zu bestrafen. Dann entdeckte der Blogger Alexander Double, dass der Jurist Kauder es selbst nicht so genau nimmt mit dem Copyright. Für seinen Online-Auftritt als Bundestagsabgeordneter hatte er Fotos von einer Plattform übernommen, zum Teil ohne die Erlaubnis des Fotografen. (mehr…)