Fatales Signal für die neue Endlagersuche

Strahlenwerte? Darum geht es gar nicht. Mit der Genehmigung der Castor-Einlagerung in Gorleben wird die angeblich „ergebnisoffene“ Endlagersuche zur Farce.

Ein Kommentar von Felix Werdermann

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Nun ist es also amtlich: Die elf zusätzlichen Castor-Behälter mit strahlendem Atommüll dürfen ins Zwischenlager nach Gorleben. Die zulässigen Jahreshöchstwerte für radioaktive Strahlung würden unterschritten, damit spräche nichts gegen die Einlagerung, so das niedersächsische Umweltministerium. Dabei geht es gar nicht um diesen Grenzwert von 0,3 Millisievert, sondern um ein Endlager, in dem Atommüll für Millionen von Jahren verbuddelt werden soll.

Jeder Transport ins Wendland zementiert den Gorlebener Salzstock als Endlager und macht damit das Gerede von einer offenen Suche zur Farce. 1,5 Milliarden Euro wurden bereits für die Erkundung Gorlebens investiert, über 100 Castorbehälter warten im Zwischenlager auf ihren Weg in den Salzstock. Je mehr Atommüll sich dort anstaut, desto unwahrscheinlicher wird es, dass woanders ein Endlager entsteht.

Dafür wird schon die Atomindustrie sorgen, die nicht noch mehr Geld für die Entsorgung ihres strahlenden Mülls ausgeben möchte. Und wie sich mit Millionengeldern im Rücken die öffentliche Meinung beeinflussen lässt, das haben jüngst die Papiere einer von der Atomindustrie beauftragten Lobbyagentur gezeigt, die von der „taz“ im Internet veröffentlicht wurden.

Jeder Grenzwert ist willkürlich

Natürlich dürfen gesetzliche Vorgaben zur Strahlenbelastung nicht ignoriert werden. Aber ganz ehrlich: Jeder von der Politik festgelegte Grenzwert ist gewissermaßen willkürlich. Es gibt eben keinen fixen Punkt, ab dem Strahlung gefährlich ist und vorher nicht. Dass der Transport nach Gorleben gestoppt werden muss ist trotzdem richtig – wegen der fatalen Wirkung auf die anstehende Endlagerdiskussion.

Endlich erklären sich Bayern und Baden-Württemberg bereit, auch auf ihrem Landesgebiet nach einem geeigneten Endlagerstandort zu suchen. Baden-Württembergs grüner Umweltminister Franz Untersteller hat gar einen eigenen Plan vorgelegt. Selbst CDU-Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist begeistert und will die derzeitige „Konsensstimmung für eine gemeinsame Endlagersuche zu nutzen“. Ob das klappt, ist ungewiss. Gewiss ist aber: Solange Castoren nach Gorleben fahren, sind alle Beteuerungen, die Endlagersuche sei „ergebnisoffen“, nichts anderes als Beruhigungspillen.

Originalquelle: klimaretter.info

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