Archiv für August 2015

Polizei gegen Protest und Presse

Bei der Besetzung des Braunkohletagebaus im Rheinland arbeitet die Polizei mit dem RWE-Konzern zusammen – und geht gegen Klimaaktivisten, aber auch gegen Journalisten vor

Von Felix Werdermann

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Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn es nun die Polizei aber extra betont, sagt das auch etwas aus: „Die Polizei ist weder Verbündeter von Energiekonzernen, noch Feind von friedlichen Versammlungsteilnehmern.“ Und: „Medienvertreter wurden nicht an der Ausübung der Pressefreiheit behindert.“ Vor wenigen Tagen hatten Klimaaktivisten mehrere Bagger im Braunkohletagebau Garzweiler bei Mönchengladbach blockiert, unter dem Motto „Ende Gelände“. Die Polizei machte offenbar gemeinsame Sache mit dem Energiekonzern RWE – und sie verwies Journalisten vom Gelände. (mehr…)

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Die Würde Deutschlands ist unantastbar

Angela Merkel und Sigmar Gabriel verurteilen die rechten Angriffe auf Flüchtlinge. Doch ihre patriotische Wortwahl macht die Sache nur noch schlimmer

Von Felix Werdermann

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Sigmar Gabriel setzt sich in Szene. Er besucht Heidenau und findet klare Worte zu den rassistischen Krawallen gegen die Notunterkunft für Flüchtlinge. Besser macht er die Sache aber nicht. Im Gegenteil. Der rechte Mob, das seien „die undeutschesten Typen, die ich mir vorstellen kann“, hat der SPD-Vizekanzler laut MDR gesagt. Soll das etwa Kritik sein? Ist „undeutsch“ – übrigens ein Begriff aus der Nazi-Rhetorik – für ihn ein geläufiges Schimpfwort? Nationalismus soll offenbar mit Nationalismus bekämpft werden. (mehr…)

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Strammstehen, Veganer!

Auf der Suche nach Nachwuchs werben Armeen jetzt gezielt um Ökos, Homosexuelle und Väter. Gelebte Toleranz oder ein Schritt zur Militarisierung der Gesellschaft?

Von Felix Werdermann

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Der Soldatenberuf war noch nie besonders begehrt, seit der Abschaffung der Wehrpflicht haben die Armeen noch größere Probleme, geeigneten Nachwuchs zu finden. Kaum jemand kommt noch wegen des Solds. In Schweden hat das Militär daher eine neue ampagne gestartet, in der um Homosexuelle geworben wird. Auf einem Poster ist eine Soldatin in Tarnuniform zu sehen, nur die Regenbogenfahne am Arm sticht hervor. Dazu ist der Slogan zu lesen: „Manche Sachen solltest du nicht verstecken müssen.“ Darunter wird ausgeführt: „Im Militär behandeln wir jeden mit Respekt und betrachten Vielfalt als Bereicherung.“ Seit 40 Jahren dürfen Lesben und Schwule in der schwedischen Armee dienen – das soll gefeiert werden. (mehr…)

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Geheim, geheimer, TTIP

Die EU-Kommission beschränkt den Zugang von Abgeordneten zu Dokumenten über die Freihandelsverhandlungen. Das wird Leaks nichts verhindern, beschädigt aber die Demokratie

Von Felix Werdermann

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Das Freihandelsabkommen TTIP hat keinen guten Ruf: Vertreter von EU und USA verhandeln hinter verschlossenen Türen, am Ende drohen vielleicht niedrigere Sozial- und Umweltstandards. Die EU-Kommission will daher das Image aufpolieren und hat eine große Transparenz-Offensive gestartet. In Wirklichkeit passiert gerade das Gegenteil: Der Zugang zu wichtigen Dokumenten über die bislang letzte Verhandlungsrunde wird eingeschränkt. (mehr…)

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Warum Sexarbeit entkriminalisiert gehört

Wer Sex anbietet, soll dafür nicht bestraft werden, das fordert nun Amnesty International. Sofort melden sich Kritiker – doch sie bevormunden die betroffenen Frauen

Von Felix Werdermann

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Groß war die Aufregung, als Amnesty International die Entkriminalisierung der Prostitution forderte. Wer Sex anbietet, soll dafür nirgends auf der Welt bestraft werden. Erwartungsgemäß meldeten sich sofort lautstark die Kritikerinnen und Kritiker zu Wort, ganz vorn dabei Alice Schwarzer. Sie sei schockiert vom Amnesty-Beschluss, nun könnten Frauenhändler „unbehelligt ihrem Milliardengeschäft nachgehen“. Was für ein Unsinn. Amnesty ist weiterhin gegen Menschenhandel und selbstverständlich auch gegen Zwangsprostitution. Freiwilliger Sex ist aber in Ordnung. (mehr…)

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Bauch statt Tonne

Viel Essen wird weggeworfen, obwohl es noch gut ist. Neue Initiativen wollen das ändern

Von Felix Werdermann

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Selbst warme Semmeln gehen nicht immer gut weg. Viele Brötchen werden am Abend vom Bäcker weggeschmissen. Besonders dramatisch sei die Situation in den Supermärkten von Rewe, beklagen nun Aktivisten der Kampagne „Leere Tonne – Wegwerfstopp für Supermärkte“. In der vergangenen Woche zogen sie zur Rewe-Zentrale in Köln und schütteten aus Protest unverkaufte Brote und Brötchen auf den Boden. Ihre Kritik: Der Konzern zwinge die Bäckereien in den Märkten, die Regale bis Ladenschluss immer wieder mit frischer Ware aufzufüllen. Am Abend landen dann große Mengen im Müll. (mehr…)

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Radikale Liebe zum Tier

Ein ZDF-Dokumentarfilm zeigt Aktivisten, die mit radikalen Methoden gegen Tierversuche und Schlachthöfe kämpfen. Er stellt die Frage, wie weit man gehen darf – leider ohne Antwort

Von Felix Werdermann

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Es ist dunkel. Mitten in der Nacht fahren die Aktivisten von der Tierrechtsorganisation Animal Equality zu einem Stall in Brandenburg. Ein Team vom ZDF ist mit dabei. Die Aktivisten gehen mit ihren Kameras in die Anlage, filmen die Zustände. Die Bilder zeigt später auch das ZDF. Dazu die Erklärung: „Es sind Bio-Hennen.“ Man sieht, dass vielen Tieren Federn fehlen, weil sie sich die gegenseitig bepicken.

In dem halbständigen Dokumentarfilm Aus Liebe zum Tier geht es allerdings nur in zweiter Linie um die Zustände in Deutschlands Ställen. In erster Linie geht es um die Aktivisten. Um Menschen, die gegen die katastrophalen Zustände kämpfen – auch mit radikalen Methoden. Die Doku, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde und in der Online-Mediathek zu sehen ist, gibt einen guten Einblick in die Szene. Sie stellt aber auch die Frage: „Wie weit dürfen Aktivisten gehen?“ – und mogelt sich um eine klare Antwort. Im Film heißt es zwar, sie gingen zu weit. Eine Begründung fehlt allerdings. Auch wo die Grenze liegt, bleibt nebulös. Wenn gegen das Gesetz verstoßen wird? Wenn Sachen beschädigt werden? Wenn Menschen in Gefahr sind? Wenn Menschen persönlich angegriffen werden? (mehr…)

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Die Überlebende

Setsuko Thurlow ist ein Opfer der Atombombe von Hiroshima. Seit Jahrzehnten kämpft sie gegen Nuklearwaffen

Von Felix Werdermann

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Sie sieht einen blauweißen Blitz und kurz darauf hat sie das Gefühl, in der Luft zu schweben. Setsuko Thurlow ist 13 Jahre alt und erfährt erst Wochen später, was sie da gerade erlebt hat: Über der japanischen Stadt Hiroshima hat die US-Armee eine Atombombe abgeworfen. Jetzt ist das genau 70 Jahre her. Setsuko Thurlow kämpft für eine Welt ohne Nuklearwaffen. (mehr…)

6. august 1945 überlebende atombombe hiroshima kampf nuklearwaffen opfer porträt setsuko thurlow 6. august 1945 überlebende atombombe hiroshima kampf nuklearwaffen opfer porträt setsuko thurlow