Wenn Umweltpolitik wirkt

Der Kampf gegen die umweltschädlichen FCKW ist geglückt, sie wurden weitgehend verboten. Nun schrumpft das Ozonloch. Lässt sich das Erfolgsmodell auch auf den Klimaschutz übertragen?

Von Felix Werdermann

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Endlich mal eine gute Nachricht! Das Ozonloch schließt sich – ungefähr in der Mitte des Jahrhunderts könnte es verschwunden sein. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Studie, die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde. Der Trend zur Heilung wird zwar schon seit längerem beobachtet, doch im vergangenen Herbst war das Ozonloch wegen Vulkanausbrüchen wieder etwas gewachsen – was Zweifel beförderte. Jetzt aber kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss: Insgesamt schrumpft das Ozonloch weiter.

Gehen solch guten Nachrichten in all den Öko-Horrormeldungen unter? Vielleicht. Die Medien wählen nach bestimmten Kriterien aus, aber nicht ohne Grund. Natürlich interessieren sich auch die Bürger eher für „Achtung, Gefahr!“ als für „Alles im grünen Bereich“.

Trotzdem lässt sich aus dem schrumpfenden Ozonloch etwas lernen: Internationale Umweltpolitik kann durchaus viel bewegen. Hauptursache für das Ozonloch ist die Freisetzung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW). Kurz nachdem die Problematik bekannt wurde, haben sich die Staaten auf ein weitgehendes Verbot verständigt. Das Montrealer Protokoll von 1987 mit seinen Nachbesserungen 1990 gilt als das Paradebeispiel für erfolgreiche Umweltpolitik auf globaler Ebene.

Günstige Alternativen

In der Tat zeigt es, dass sich internationale Verträge lohnen. Staaten verpflichten sich dann zu mehr, als wenn jedes Land einzeln versucht, eine Lösung zu finden. Das liegt daran, dass in den Verhandlungen niemand gern der Spielverderber ist – aber vor allem auch daran, dass kein Staat massive wirtschaftliche Nachteile fürchten muss, wenn die Regeln am Ende für alle gelten.

Warum sind die Klimaverhandlungen dann so zäh und langwierig? Hier geht es um mehr. Das FCKW-Verbot war relativ leicht umzusetzen, weil es für viele Anwendungen schnell günstige, ozonlochfreundliche Alternativen gab. Daher klappte die Umstellung auch in wenigen Jahren. Beim CO2-Ausstoß ist das nicht so leicht. Die gesamte Wirtschaft muss teuer umgebaut werden. Die Klimadiplomaten feilschen um Milliardenbeträge für bestimmte Branchen, für bestimmte Volkswirtschaften. Die Größe der Herausforderung ist aber kein Grund, aufzugeben. Wenn nämlich der Klimawandel ungebremst voranschreitet, wird es am Ende für alle viel teurer.

Originalquelle: freitag.de

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