Archiv der Kategorie 'die tageszeitung'

Warten auf den Europa-Strahlenpass

Ausländische Leiharbeiter in deutschen Atomanlagen kriegen eventuell zu viel Strahlung ab. Ob ihre Strahlenpässe wirklich kontrolliert werden, ist unsicher.

Von Felix Werdermann

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In den deutschen Regeln für den Strahlenschutz von Beschäftigten in Atomanlagen klaffen offenbar Lücken. Den Behörden ist es bei Arbeitern aus dem Ausland kaum möglich, deren effektive Strahlenbelastung konkret zu überprüfen. Bei dieser Abschätzung müssen sie den Behörden der anderen Länder vertrauen oder den Firmen, die die Arbeiter entsenden. Das Risiko: Ausländische Leiharbeiter in deutschen Atomkraftwerken kriegen womöglich mehr radioaktive Strahlung ab als erlaubt. (mehr…)

Terroristen ausgeliefert

Flugzeugangriffe hält kaum ein AKW aus

von Felix Werdermann

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Nach der Katastrophe von Fukushima möchte die Bundesregierung die Sicherheit der deutschen Reaktoren erneut überprüfen, unter anderem in Hinblick auf mögliche Angriffe mit Flugzeugen. Tatsächlich aber sind ihr die Sicherheitsmängel längst bekannt.

In einer Anfang 2003 vorgelegten Studie, die die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit im Auftrag des Umweltministeriums erstellte hatte, werden für fünf AKWs Angriffe mit Flugzeugen durchgespielt – und zwar mit verschiedenen Flugzeuggrößen und Anfluggeschwindigkeiten. Die Ergebnisse wurden zwar nie veröffentlicht, der taz liegt aber eine Zusammenfassung aus dem Ministerium vor. Diese zeigt, dass bei den älteren Anlagen mit „großflächiger Zerstörung des Reaktorgebäudes“ zu rechnen ist. Die neuesten Kraftwerke würden dem Absturz kleinerer Maschinen vermutlich standhalten. Jedoch gibt es auch für sie Szenarien, in denen die „Beherrschung fraglich“ wird – etwa wenn herumfliegende Trümmer oder Brände ein sicheres Herunterfahren verhindern. (mehr…)

Merkel soll über Salzstock aussagen

Als einstige Umweltministerin soll Merkel auf Kosten der Sicherheit gehandelt haben, sagen Grüne. Deshalb wollen sie die Kanzlerin im Bundestags-Untersuchungsauschuss vernehmen.

Von Felix Werdermann

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) könnte bald von ihrer Vergangenheit als Bundesumweltministerin eingeholt werden. Die Grünen wollen Merkel im Bundestags-Untersuchungsausschuss zum geplanten Atommülllager in Gorleben vernehmen. Sie werfen ihr vor, in ihrer Zeit als Bundesumweltministerin, das Amt bekleidete sie von 1994 bis 1998, die Erkundungsbereiche im Salzstock Gorleben nur aus Kostengründen eingeschränkt zu haben. Für die weitere Untersuchung sei dadurch eine neue Genehmigung erforderlich geworden, die aber nie beantragt wurde. (mehr…)

Strahlende Geldanlagen

Viele Banken investieren in Atomkraft. Umweltschützer raten deshalb: Wer die Atomindustrie nicht indirekt unterstützen will, sollte sein Geld umschichten.

Von Felix Werdermann

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Mehr als 18 Milliarden Euro haben deutsche Banken zwischen 2000 und 2009 im Atomsektor investiert. Und fast die Hälfte der Summe entfällt auf die Deutsche Bank. Das geht aus einer Analyse des niederländischen Forschungsinstituts Profundo hervor, das im Auftrag mehrerer Umweltorganisationen, darunter Greenpeace, weltweit 80 Atomfirmen unter die Lupe genommen und ihre Geldgeber identifiziert hat. 124 Banken haben durch Kredite, Beteiligungen, Aktien und andere Finanzdienstleistungen insgesamt rund 175 Milliarden Euro in die Atomindustrie gesteckt – vom Uranabbau bis zur Endlagerung. (mehr…)

Klimaskeptiker unter sich

Menschengemachte Erderwärmung? Quatsch! Die größte Gefahr sei die Deindustrialisierung Deutschlands, heißt es auf einer Klimakonferenz in Berlin.

Von Felix Werdermann

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„Ich bin fassungslos und entsetzt über die Feigheit der deutschen Industrie! Warum lässt sie sich das seit Jahren gefallen?“ Der ältere Herr aus der letzten Reihe erntet für seinen Kommentar viel Zustimmung. Vorne im Saal steht Dieter Ameling, ehemaliger Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Er hat soeben seinen Vortrag zur deutschen Energie- und Klimapolitik beendet – und kein gutes Haar an der Regierung gelassen. Seine provokante These: „Ihr Energiekonzept führt zur Deindustrialisierung Deutschlands.“ (mehr…)

„Aggressive Klimapolitik“

US-Diplomaten beschreiben Bundeskanzlerin Angela Merkel als überzeugte Klimaschützerin. In internen Dokumenten befürchten sie öffentliche Konflikte mit ihr.

Von Felix Werdermann

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Man weiß nicht, ob es ein Lob oder eine Beleidigung für die deutsche Regierung ist: US-Diplomaten sprechen von einer „aggressiven Klimapolitik“ Deutschlands. In einem Bericht der US-Botschaft aus dem Jahr 2008 heißt es: „Kanzlerin Merkel und die restliche politische Führung Deutschlands verfolgen weiterhin ernsthaft aggressive internationale Maßnahmen gegen die Erderwärmung.“ (mehr…)

Ein Stromnetz mit Bürgerbeteiligung

Unternehmen und Umweltverbände haben sich im Forum Netzintegration auf Empfehlungen an die Politik geeinigt: Vor allem soll die Bevölkerung mitgenommen werden.

Von Felix Werdermann

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Mehr Stromleitungen unter der Erde und Bürgerbeteiligung von Anfang an: Das sind die beiden zentralen Vorschläge, die das Forum Netzintegration entwickelt hat, um die Akzeptanz für den Ausbau des Stromnetzes zu erhöhen. Fast zwei Jahre lang hatten Umweltschützer, Netzbetreiber, Bürgerinitiativen und Wissenschaftler diskutiert. Am Montag übergaben sie ihre gemeinsamen Empfehlungen an die Ministerien für Umwelt und Wirtschaft, am Dienstag stellten sie sie der Öffentlichkeit vor. (mehr…)

CDU-Biobauer mit Gewissen

Bis zur letzten Minute hatten einige Atomkraftgegner Hoffnungen in sie gesetzt: die Abweichler aus der Koalition. Hans-Georg von der Marwitz ist einer von ihnen.

Von Felix Werdermann

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Er sitzt für die CDU im Bundestag und hat am Donnerstag gegen die Laufzeitverlängerung gestimmt. Am Ergebnis hat das zwar nichts geändert, aber ein Zeichen ist es doch: Der Weg zurück ins Atomzeitalter, ihn wollen nicht alle Konservativen gehen. (mehr…)

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„Der Castor beginnt in Australien“

Für den australischen Umweltschützer Dave Sweeney ist der Abbau von Uran das größte Problem. Längere AKW-Laufzeiten liessen nur die heimische Uranindustrie boomen, sagt er.

Interview: Felix Werdermann

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Dave Sweeney, 48, ist Uranexperte der australischen Umweltorganisation Australian Conservation Foundation. Momentan reist er durch Europa, um mit Politikern und NGO-Vertretern zu diskutieren.

taz: Herr Sweeney, strahlender Müll, Sicherheitsrisiken – für Sie sind das nicht die wichtigsten Argumente gegen längere Reaktorlaufzeiten? Warum nicht? (mehr…)

Geld gespart mit Gratisglühbirne

Seit eineinhalb Jahren kommen Stromsparhelfer in einkommensschwache Haushalte. 30.000 haben das Angebot bis jetzt genutzt, die weitere Finanzierung ist ungewiss.

von Felix Werdermann

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Manchmal ist Klimaschutz auch mit wenig Geld möglich: Bei dem Programm „Stromspar-Check“ erhalten einkommensschwache Haushalte eine kostenlose Beratung und Gratisglühbirnen. Am Donnerstag zogen die Träger eine Zwischenbilanz: Bislang haben sich über 30.000 Haushalte beteiligt, zu Jahresende werde die Zielmarke von 34.000 voraussichtlich übertroffen. Wie es danach weitergeht, ist aber noch unklar. (mehr…)