Archiv der Kategorie 'Neues Deutschland'

„Dinge können sich ändern“

Seit über 30 Jahren gab es in Japan keine solchen Demonstrationen: Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat das politische Bewusstsein geändert. Der Dokumentarfilm »Radioactivists« versucht, die neue Anti-AKW-Bewegung in Land zu verstehen.

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

Deutschland reagiert anders als Japan: Das ganze Ausmaß der Katastrophe von Fukushima war noch gar nicht bekannt, da gingen hierzulande schon Tausende auf die Straße. In der ganzen Republik versammelten sich Menschen zu Mahnwachen, kurze Zeit später wandelte sich die Trauer zu Wut und die deutsche Anti-AKW-Bewegung demonstrierte für ein Abschalten der Reaktoren. Ganz anders in Japan: Hier dauerte es einen Monat, bis Tausende gegen Atomkraft auf die Straße gingen.

Doch die Resonanz überraschte selbst die Organisatoren: Sie hatten 500 Teilnehmer angemeldet, gekommen sind 15 000 Menschen. In Japan sind das die größten Proteste seit den 70er Jahren. Die Reaktorkatastrophe hat ein neues politisches Bewusstsein geschaffen, vor allem unter jungen Menschen, das zeigt der Dokumentarfilm »Radioactivists« von Julia Leser und Clarissa Seidel. (mehr…)

Solaranlagen an der Bahnstrecke?

Die Idee klingt bestechend: Hässliche Lärmschutzwände neben Bahnstrecken könnten mit Solaranlagen bestückt werden. Doch bislang gibt es erst zwei Pilotprojekte. Die Linkspartei findet das zu wenig, die Bahn verweist auf besonders hohe Anforderungen.

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

In der Nähe von München hat die Firma Phoenix eine Photovoltaikanlage auf einer Lärmschutzwand errichtet. Auch die Deutsche Bahn möchte wissen, ob sie neben den Schienen Sonnenstrom erzeugen kann. Die Linkspartei hat sich deshalb bei der Bundesregierung nach den aktuellen Bauvorhaben erkundigt. Die Antwort zeigt: Derzeit gibt es nur zwei Pilotprojekte – in Duisburg und in Nürnberg. Dort soll untersucht werden, ob die Funktion der Lärmschutzwand beeinträchtigt wird und ob diese das Gewicht der Solaranlage aushält. Laut Bundesregierung wird die Erprobung »voraussichtlich Mitte 2012 abgeschlossen sein«. Beide Projekte werden mit Geldern aus dem Konjunkturpaket II gefördert. Nach Ansicht der Bundesregierung sind die rechtlichen Voraussetzungen vorhanden. (mehr…)

Telefonbuch für Linke

Haben Alternativmedien eine Zukunft? Besonders linke Zeitungen geraten durch die Konkurrenz aus dem Internet unter Druck. Doch es gibt sie noch immer – und zwar nicht wenige. Über 650 werden im „Handbuch Alternativmedien 2011/2012“ aufgeführt.

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

Direkt zu Beginn räumen die Herausgeber ein: »Unzweifelhaft gibt es einen Bedeutungsschwund gedruckter Medien.« Immer mehr Menschen informieren sich im Internet, die großen kommerziellen Verlage fürchten um Anzeigengelder. Die Alternativmedien kommen aber anscheinend ganz gut weg. Das »Handbuch Alternativmedien 2011/2012« listet 472 Printmedien in Deutschland auf, hinzu kommen 89 aus Österreich und 104 Zeitungen oder Zeitschriften, die in der Schweiz erscheinen. (mehr…)

Goldene Zeiten für grüne Märkte

Die Wirtschaft wächst, die natürlichen Ressourcen sind endlich: Passt das zusammen? Experten diskutieren auf einer Konferenz, wie sich mit Materialeinsparungen Geld verdienen lässt.

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

Im Jahr 2020 ließen sich mit Ressourcen sparenden Produkten weltweit 3,1 Billionen Euro verdienen, sagte Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, gestern in Berlin. Das sei im Vergleich zu 2008 eine Verdopplung. Von dieser »ungeheuren Dynamik in den Märkten« profitierten vor allem die Industriestaaten, die ihre Technologie in Schwellen- und Entwicklungsländern verkaufen könnten. »Für Länder wie Deutschland ist das definitiv eine Gewinnerstrategie.« (mehr…)

Die Probleme des Klimaprotests

Trostlos festgefahren: Um die internationalen Klimaverhandlungen sieht es schlecht aus. Nach dem Scheitern von Kopenhagen ist ein Abkommen in weiter Ferne. Können Nichtregierungsorganisationen und Klimabewegung überhaupt noch etwas ausrichten?

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

»Ich verstehe nicht, warum die Jugendlichen nicht die Bulldozer blockieren und sie daran hindern, neue Kohlekraftwerke zu bauen.« Es ist eine Aufforderung zu zivilem Ungehorsam – aus dem Mund des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore. In der Tat sieht es schlecht aus um den Klimaschutz, daher mehren sich radikalere Aktionen. Um den gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen entstand eine Bewegung, die keine Hoffnung mehr in die offiziellen Klimaverhandlungen setzt. Und sie fordert nun die etablierten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) heraus, die seit Jahren an den diplomatischen Gesprächen beteiligt sind. Die politische Gemengelage wird unübersichtlicher. (mehr…)

Atomdeal geht nicht auf

Die Brennelementesteuer steht auf der Kippe. Schwarz-Gelb erwägt, die Abgabe zu streichen, um die Atomkonzerne bei der geplanten Laufzeitverkürzung milde zu stimmen. Doch dieser Deal geht nicht auf.

Ein Kommentar von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

Wenn die längeren AKW-Laufzeiten gesetzlich zurückgenommen werden, entgehen den Betreibern Profite in Milliardenhöhe. Die Atomabgaben sind Peanuts dagegen. Auch mögliche Verfassungsklagen der Energiekonzerne lassen sich durch solche Zugeständnisse nicht verhindern. Bei einem juristischen Streit hat die Bundesregierung sowieso nichts zu befürchten: Die Reaktoren sind längst abbezahlt, ein Recht auf Milliardenprofit gibt es nicht. Außerdem haben die Konzerne dem rot-grünen Atomausstieg zugestimmt. Und ein Ende der Atomkraft bis 2022, wie es die CSU will, wäre mit dem rot-grünen Ausstiegsbeschluss vergleichbar. (mehr…)

Umweltverbände: Atomausstieg vor 2022

Deutsche Umweltverbände wollen einen Atomausstieg deutlich vor 2022. Derweil gibt es Gerüchte, dass die Regierung die Brennelementesteuer abschaffen möchte.

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

Die Umweltorganisation Greenpeace hat sich festgelegt: Bis zum Jahr 2015 soll in Deutschland das letzte Atomkraftwerk vom Netz sein. »Das haben nicht nur wir, sondern auch alle, äh, mehrere Umweltverbände seriös durchgerechnet«, sagt Geschäftsführerin Brigitte Behrens. Tatsächlich sind sich die Organisationen, die gestern zur Pressekonferenz nach Berlin geladen hatten, über das konkrete Ausstiegsdatum uneins. Die Umweltstiftung WWF kommt in einer Studie auf das Jahr 2017, auch der Naturschutzbund (NABU) fordert ein Abschalten »bis etwa 2017«. Der BUND möchte einen »Sofort-Ausstieg« und die Initiative Ausgestrahlt will sich nicht auf ein Jahr festlegen. (mehr…)

„Das Wichtigste ist die Forschung“

Interview mit Heinz-Rudolf Meißner, Mitarbeiter am Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, über die Zukunft von Elektroautos und die Politik der Bundesregierung.

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

ND: Herr Meißner, die Bundesregierung möchte Ihren Beitrag zur Batterieforschung für Elektroautos verdoppeln. Ist das der richtige Weg?
Meißner:
Das denke ich schon. Bis zum Jahr 2020 möchte die Bundesregierung eine Million elektrische Fahrzeuge auf die Straße bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte sich der Staat auch an den Forschungskosten beteiligen.

Welche Instrumente sind denn am besten geeignet, um die Elektromobilität zu fördern? (mehr…)

Stromnetzbetreiber befürchten Engpässe

Bleiben die acht abgeschalteten Reaktoren auch nach dem »Atom-Moratorium« vom Netz, könnte der Strom im Winter knapp werden. Das behaupten die Übertragungsnetzbetreiber, die teilweise den Atomkonzernen selbst gehören.

Von Felix Werdermann


weiterlesen auf neues-deutschland.de

Stromausfälle gab es nicht, als der Energiekonzern RWE am Wochenende sein Atomkraftwerk Emsland in Lingen zur routinemäßigen Sicherheitsüberprüfung abgeschaltet hatte. Auf einmal lieferten in ganz Deutschland nur noch vier der insgesamt 17 Reaktoren Strom.

Die Praxis hat damit die Unkenrufe der Atomindustrie widerlegt: Die deutschen Reaktoren sind nicht zwingend notwendig für die Energieversorgung, derzeit mindert auch die Solarenergie die Gefahr eines »Blackouts«. (mehr…)

Keine Diskussion über die Energiepolitik

In ganz Deutschland wird über die Zukunft der Atomkraft diskutiert, nur nicht auf der Jahrestagung des Deutschen Atomforums. Der Dachverband der Atomindustrie hat den politischen Teil der Konferenz abgesagt – zumindest vorläufig.

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf neues-deutschland.de

Bereits vor einigen Tagen jubelten Atomkraftgegner: Beim Treffen der Atomlobbyisten fallen große Teile des Programms aus. Zunächst hieß es, die Eröffnung am Montagabend sei abgesagt worden, später wurde bekannt, dass auch der politische Teil am Dienstagvormittag nicht wie geplant stattfindet.

Nun ist ein Streit um die richtige Interpretation entbrannt. Während die Organisatoren vom Atomforum auf die unklare Zukunft der Atompolitik verweisen, sehen Atomkraftgegner das gekürzte Programm als Folge der seit Wochen angekündigten Proteste. (mehr…)