Tag-Archiv für 'arbeitslosigkeit'

„8,50 ist nicht so außerordentlich hoch“

In einigen EU-Staaten liegt der Mindestlohn über dem deutschen Niveau, sagt die Expertin Claudia Weinkopf. Auch der Bürokratie-Vorwurf lasse sich nicht halten

Interview: Felix Werdermann

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Der Freitag: Frau Weinkopf, seit rund drei Monaten gilt der gesetzliche Mindestlohn. Wie viele Unternehmen sind deshalb schon pleitegegangen oder mussten Beschäftigte entlassen?

Claudia Weinkopf: Im Moment gibt es erst wenige Zahlen zu den Auswirkungen. Von den viel beschworenen Beschäftigungseinbrüchen ist auf jeden Fall nichts zu sehen.

Hat Deutschland nun einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen europäischen Staaten?

Nein, die Bundesrepublik steht ja nicht allein da. Jetzt haben 22 von 28 EU-Staaten einen gesetzlichen Mindestlohn. Und die wenigen Länder ohne Mindestlohn, vor allem in Skandinavien, haben eine deutlich höhere Tarifbindung als Deutschland. (mehr…)

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„Wenn ich das vorrechne, sind alle erstaunt“

Gegen den Jobverlust durch Roboter können Gewerkschaften etwas tun, sagt Wirtschaftsprofessor Heinz-Josef Bontrup. Sie sollten für ein Ende der 40-Stunden-Woche kämpfen

Von Felix Werdermann


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Der Freitag: Herr Bontrup, Roboter ersetzen immer mehr menschliche Arbeitskraft. Müssen die Gewerkschaften nun ihren Arbeitskampf gegen diese intelligenten Maschinen führen?

Heinz-Josef Bontrup: Nein, der technische Fortschritt hat uns Menschen schon immer die Arbeit erleichtert. Aber es stimmt: Natürlich werden weniger Menschen gebraucht, um die gleiche Leistung zu erzielen. Die Gesellschaft muss dann die Arbeitslosen versorgen. Um das zu verhindern, müsste die Arbeitszeit verkürzt werden. Dies durchzusetzen, das wäre die Aufgabe der Gewerkschaften, aber auch der Politik. (mehr…)

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Wir schuften uns zu Tode

Fast sieben Millionen Deutsche haben eine 45-Stunden-Woche. Trotz technischen Fortschritts gelingt es unserer Gesellschaft nicht, weniger zu arbeiten. Warum eigentlich?

Von Felix Werdermann

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Immer mehr Stress, immer mehr Konsum, immer mehr Wirtschaftsleistung – das ist das Prinzip, nach dem unsere Gesellschaft nach wie vor funktioniert. Nur: Richtig glücklich wird dadurch niemand. Dabei gäbe es einen ganz einfachen Weg zu mehr Wohlstand im Sinne von Lebensqualität. Man könnte einfach weniger arbeiten. Der technische Fortschritt macht’s möglich. Trotzdem klappt es nicht mit der Arbeitszeitverkürzung, und zwar schon seit Jahren. Der Widerstand kommt von allen Seiten: von Unternehmern, aber auch von Arbeitnehmern und nicht zuletzt auch von den Gewerkschaften. Und die Politik nutzt ihre Möglichkeiten ebenfalls nicht, kürzere Arbeitszeiten attraktiv zu machen. (mehr…)

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Was heißt hier arbeitslos?

Offiziell sind in Deutschland 2,9 Millionen Menschen ohne Job. In Wirklichkeit sind es aber deutlich mehr. Die Politik lässt die Zahlen schönrechnen

Von Felix Werdermann

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Jeden Monat ist es das gleiche Spiel: Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht die aktuellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit in Deutschland, aber viele Menschen ohne Job tauchen in der Statistik gar nicht auf. Sie werden stattdessen als „unterbeschäftigt“ geführt. Im Juli 2013 waren offiziell 2,9 Millionen Menschen arbeitslos, das entspricht einer Quote von 6,8 Prozent. In Wirklichkeit waren jedoch beinahe 3,8 Millionen ohne Stelle (8,8 Prozent). Wie kann das sein? (mehr…)

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„Die Situation ist dramatisch“

Europas Jugendliche ohne Perspektive: Die Narben einer längeren Arbeitslosigkeit bleiben dauerhaft, sagt Alexander Herzog-Stein von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung

Von Felix Werdermann

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der Freitag: Herr Herzog-Stein, Sie sind Referatsleiter für Arbeitsmarktforschung am gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung. In den Zeitungen ist immer wieder zu lesen, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien bei über 50 Prozent liegt. Wenn man jedoch bedenkt, dass sich viele Jugendlichen in der Ausbildung befinden, schrumpft der Anteil der Jugendlichen, die eine Arbeit suchen, auf 20 bis 25 Prozent. Dramatisieren die Medien das Problem?
Alexander Herzog-Stein:
Nein. Man muss natürlich wissen, was eine Statistik aussagt. Die Arbeitslosenquote sagt klassisch: Wie viel Menschen ohne Stelle suchen eine Arbeit – gemessen an allen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Deswegen halte ich den Indikator auch für legitim. (mehr…)

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