Tag-Archiv für 'berlin'

Auf der Straße

Es gibt gute Gründe, Bettlern kein Geld zu geben. Trotzdem ist es falsch, Kindern das Betteln zu verbieten

Von Felix Werdermann

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Ein Kind ist Gold wert auf dem Markt des Bettelns. Kinder gelten als unschuldig, lösen Beschützerinstinkte aus und bekommen deswegen mehr Geld zugesteckt als Erwachsene. Nun will der Berliner rot-schwarze Senat das „Betteln in Begleitung von Kindern und durch Kinder“ verbieten, auch um einen „augenfälligen Missstand im Straßenbild“ zu beseitigen, wie CDU-Staatssekretär Bernd Krömer es nannte. (mehr…)

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Ein Lichtblick immerhin

Wie Deutschland mit Flüchtlingen in Abschiebehaft umgeht, ist unzulässig, urteilte der Europäische Gerichtshof. Jetzt hoffen die Betroffenen. Aber wird es wirklich besser?

Von Felix Werdermann

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Sie sitzen unschuldig hinter Gittern. In Deutschland. Ihr einziges Verbrechen: Sie besitzen den falschen Pass. Abschiebehäftlinge gehören zu den Entrechteten unserer Gesellschaft. Sie haben oft traumatische Erlebnisse hinter sich, suchen Schutz in Deutschland, werden aber hier wie Straftäter behandelt und verstehen die Welt nicht mehr: Die Antirassistische Initiative Berlin hat dokumentiert, dass sich seit 1993 mehr als 60 Menschen in deutscher Abschiebehaft das Leben genommen haben. (mehr…)

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Die Hürde muss weg!

In Berlin haben die meisten Wähler für den Rückkauf des Stromnetzes gestimmt. Trotzdem ist der Volksentscheid gescheitert. In Zukunft muss die einfache Mehrheit zählen

Von Felix Werdermann

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Eigentlich ist das Ergebnis klar: Die Berliner haben abgestimmt über den Rückkauf des Stromnetzes durch die Stadt und 83 Prozent der Teilnehmer votierten dafür. So eine deutliche Mehrheit wäre bei einer Parlamentswahl unvorstellbar. Trotzdem ist der Volksentscheid gescheitert. Offiziell lag es daran, dass zu wenig Leute zur Wahl gegangen sind. Sind die Berliner demokratiefaul?

In Wirklichkeit waren es nicht zu wenig Leute, sondern die Hürde war zu hoch. 25 Prozent der Walberechtigten hätten mit Ja stimmen müssen, am Ende waren es 24 Prozent. (mehr…)

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Linke Gentrifizierer

Die Berliner Szene diskutiert die Frage: Darf ich als gut verdienender Antikapitalist ins angesagte Viertel ziehen – oder vertreibe ich so die Alteingesessenen?

Von Felix Werdermann

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Während vor einer Woche deutschlandweit mehr als zehntausend Menschen für bezahlbare Mieten auf die Straße gingen, diskutierte die Berliner linke Szene eine „ethisch fragwürdige Entscheidung“. Darf ich als relativ gut verdienender Antikapitalist in den angesagten Stadtteil Neukölln ziehen oder vertreibe ich dort die Alteingesessenen und mache mich damit mitschuldig an der Gentrifizierung? (mehr…)

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Die unbekannten Nachbarn

Das Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf wird zum Hassobjekt der NPD. Was denken die Anwohner?

Von Felix Werdermann

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Ein Flüchtlingsheim in unserer Nachbarschaft? Wenn die Politik schon nichts unternimmt, müssen das die Bürger selber in die Hand nehmen. Auf ihre ganz eigene Art. Sie haben eine Mahnwache angemeldet, nur wenige Meter von der Asylunterkunft in Berlin-Hellersdorf entfernt. Aber sie demonstrieren hier nicht gegen die Flüchtlinge, sondern für sie. Und sie wollen das tun, was die Politik aus ihrer Sicht verschlafen hat: die Anwohner informieren und mit Vorurteilen aufräumen. (mehr…)

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Die Macht des Volkes

Das Berliner Volksbegehren für ein öffentliches Öko-Stadtwerk hat genug Unterschriften gesammelt. Ein lokales Thema? Nein, für ganz Deutschland ist das ein Riesenerfolg

Von Felix Werdermann

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Manchmal ist am Paragrafen 20 des Grundgesetzes doch etwas dran: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. In Berlin haben 265.000 Menschen gezeigt, was das heißt: Sie wollen die ökologische Stadtwerke in öffentlicher Hand, haben für das Volksbegehren unterschrieben – genug für einen Volksentscheid. Nun ließe sich das zu einer lokalen Geschichte erklären, die für die Bundesrepublik keine Relevanz hat. Aber das ist falsch. Das Volksbegehren ist ein Riesenerfolg, vielleicht der größte umweltpolitische Erfolg, der überhaupt in diesem Jahr erzielt wurde. (mehr…)

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Unterschriften sammeln, rund um die Uhr

In Berlin werben Umweltschützer für ein Volksbegehren zum Rückkauf der Stadtwerke an die Stadt. Dazu reisen sogar Menschen aus ganz Deutschland ins Berliner „Sammelcamp“

Von Felix Werdermann

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Das Erfolgsrezept besteht aus drei Begriffen: ehrenamtlich, gegen Vattenfall und Privatisierung. Wenn Melli auf den Straßen Berlins Unterschriften sammelt, weiß sie genau, womit sie die Leute kriegt. Es sind immer die gleichen Worte, die Ansprache hört sich dann so an: „Hallo, ich bin ehrenamtlich unterwegs. Es geht um den Strom, dass der nicht länger von Vattenfall privatisiert wird, sondern an die Stadt Berlin zurückgeht. Es handelt sich um ein Gesetzesvorhaben und wir haben noch drei Wochen Zeit, um 100.000 Unterschriften zu sammeln.“

Melli und ihre Freundin Judith sind extra aus Greifswald in die Hauptstadt gekommen. Eine Woche „Aktionsurlaub“, das verspricht der Jugendumweltverband BUNDjugend im Internet. Unterschriften sammeln von morgens bis abends, fünf Tage die Woche. Und natürlich auch am Wochenende. Alles freiwillig, ohne Bezahlung. Übernachten können die Aktivisten in einem alternativen Kultur- und Bildungszentrum am Rand von Berlin, offiziell als „Sammelcamp“ bezeichnet. (mehr…)

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