Tag-Archiv für 'energie'

Ein Verbot sieht anders aus

Im Streit über die Gasfördermethode Fracking haben sich zwar die Kritiker in SPD und Union durchgesetzt. Eigentlich aber müsste Fracking aus Klimaschutzgründen verboten werden

Von Felix Werdermann

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Bereits vor zwei Jahren warnten Umweltschützer vor dem Szenario: Die ganze Nation starrt auf die Fußballspiele – und die neuen Fracking-Gesetze werden unauffällig durch den Bundestag geschleust. Während der Weltmeisterschaft 2014 kam es dann doch anders, der SPD-Politiker Ulrich Kelber warf anschließend den Umweltschützern vor, sie hätten mit ihrer Warnung „effekthaschend zu billigen Tricks“ gegriffen.

In diesem Jahr wurde das Szenario dann aber doch Realität: Die Europameisterschaft läuft und im Bundestag geht es Schlag auf Schlag. Am Dienstag einigte sich die Große Koalition, am Mittwoch stimmte der Ausschuss zu, am Freitag das Plenum des Bundestags. Schon ist das Gesetzespaket beschlossen. (mehr…)

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Wind aus den Segeln genommen

Die Bundesregierung will das Wachstum der Erneuerbaren bremsen. Das passt nicht zu den Klimazielen

Von Felix Werdermann

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In der Zeitung steht es schwarz auf weiß: „Regenerative Energien wie Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als 4 Prozent unseres Strombedarfs decken.“ Es ist eine Anzeige für die Atomkraft, geschaltet von den großen Stromversorgern im Jahr 1993. Die Geschichte hat die Energiekonzerne eines Besseren belehrt. (mehr…)

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Polizei gegen Protest und Presse

Bei der Besetzung des Braunkohletagebaus im Rheinland arbeitet die Polizei mit dem RWE-Konzern zusammen – und geht gegen Klimaaktivisten, aber auch gegen Journalisten vor

Von Felix Werdermann

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Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn es nun die Polizei aber extra betont, sagt das auch etwas aus: „Die Polizei ist weder Verbündeter von Energiekonzernen, noch Feind von friedlichen Versammlungsteilnehmern.“ Und: „Medienvertreter wurden nicht an der Ausübung der Pressefreiheit behindert.“ Vor wenigen Tagen hatten Klimaaktivisten mehrere Bagger im Braunkohletagebau Garzweiler bei Mönchengladbach blockiert, unter dem Motto „Ende Gelände“. Die Polizei machte offenbar gemeinsame Sache mit dem Energiekonzern RWE – und sie verwies Journalisten vom Gelände. (mehr…)

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Lieber aktiv als radioaktiv

Hubert Lutz hat schon vor 40 Jahren gegen den Reaktor in Grafenrheinfeld protestiert. Jetzt wird das AKW endlich abgeschaltet, doch bis zur grünen Wiese dauert es noch

Von Felix Werdermann

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Er war gerade 15 Jahre alt, da interessierte er sich bereits für das Atomkraftwerk, das damals noch nicht einmal genehmigt war. Hubert Lutz ging zu Veranstaltungen, zu Protestaktionen, zu Demonstrationen. „Mein Vater wollte es mir verbieten. Das hat aber nicht funktioniert.“ Seitdem hat ihn der Reaktor in Grafenrheinfeld nicht mehr losgelassen. Heute ist Lutz 58 Jahre alt, fast sein ganzes Leben lang hat er gegen das AKW gekämpft. Am Samstag wird der Reaktor nach mehr als 33 Betriebsjahren abgeschaltet. Als erster der neun deutschen Atomreaktoren, die nach der Katastrophe von Fukushima weiterlaufen durften – und als vermutlich einziger, der in dieser Legislaturperiode vom Netz geht. (mehr…)

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Das Windrad als Tötungsmaschine?

In der neuesten Tatort-Folge protestieren Naturschützer gegen einen Windpark auf See. Angeblich werden hunderte Vögel durch die riesigen Rotorblätter getötet. Stimmt das?

Von Felix Werdermann

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Manchmal sind die Guten kaum zu erkennen. Ein Unternehmer will in der Nordsee einen riesigen Windpark errichten, verspricht Arbeitsplätze und grünen Strom. Eine Gruppe aus Naturschützern will das verhindern und veröffentlicht ein heimlich gedrehtes Video mit Vögeln, die von den Rotorblättern erschlagen werden. Die aktuelle Tatort-Folge (noch eine Woche lang in der ARD-Mediathek zu sehen) dreht sich um genau diesen Konflikt, über den man sonst wenig hört. Ökos gegen Ökos.

Aber was ist dran an den Vorwürfen, die von den Umweltschützern im Krimi erhoben werden? (mehr…)

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Pressesprecher oder Presseverschweiger?

Wenn Journalisten kritisch nachfragen, tricksen Unternehmen. Der AKW-Betreiber Eon behauptet erst, die Zeit reiche nicht, um zu antworten – später will er dann nicht mehr

Von Felix Werdermann

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Selten bekommen die Leser mit, was sich zwischen Journalisten und Konzernen alles abspielt. Die Pressestellen der Unternehmen versorgen die Medienvertreter mit Informationen – oder auch nicht, wenn es dem eigenen Image schaden könnte. Manchmal wird auch mit fiesen Tricks gearbeitet. Meist merken die Journalisten das nicht, oder sie verschweigen es in ihren Berichten, weil sie sich bei den Pressestellen nicht unbeliebt machen wollen. Man ist schließlich auch in Zukunft auf Informationen angewiesen. (mehr…)

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Die Umweltministerin feiert

Barbara Hendricks verkauft ihr Gesetzespaket zur unkonventionellen Gasförderung als großen Erfolg. Das könnte sie schon bald bereuen

Von Felix Werdermann

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Für den Justizminister ist die Vorratsdatenspeicherung das, was für die Umweltministerin das Gesetzespaket zur umstrittenen Gasfördermethode Fracking ist: Eigentlich finden die SPD-Politiker das gar nicht gut, aber die Union möchte es so. Und was kann man dagegen als kleiner Koalitionspartner schon ausrichten? Die beiden machen also gute Miene zum bösen Spiel. So weit, so schlecht. Aber es gibt Unterschiede. Während Justizminister Heiko Maas bei der Präsentation der Vorratsdatenspeicherung schmallippig blieb, verkauft Umweltministerin Barbara Hendricks ihr Fracking-Gesetzespaket als großen Erfolg. Das ist ungeschickt, ihre Äußerungen wird sie möglicherweise schon bald bereuen. (mehr…)

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Der vergeigte Atomausstieg

Für das Abschalten von Reaktoren verlangt der Eon-Konzern nun Schadensersatz. Sollte er Erfolg haben, läge das nicht am Atomausstieg, sondern am Herumgeeiere der Politik

Von Felix Werdermann

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Den Steuerzahler könnte der Atomausstieg teuer zu stehen kommen. So sieht es auf den ersten Blick aus. Der Energiekonzern Eon verklagt jetzt den Staat auf Schadenersatz, weil direkt nach der Fukushima-Katastrophe das Abschalten der Reaktoren Unterweser und Isar 1 angeordnet wurde. Es geht um 380 Millionen Euro. Bei genauer Betrachtung wird aber nicht der Atomausstieg teuer, sondern das Herumgeeiere der Politik. (mehr…)

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Sonnensteuer? Ja bitte!

Wer sich selbst mit Solarstrom versorgt, muss künftig eine Abgabe zahlen. Umweltschützer laufen dagegen Sturm. Dabei ist die Regelung sehr sinnvoll

Von Felix Werdermann

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Auch Umweltschützer können sich irren. Tausende hatten sich vor der CDU-Zentrale in Berlin versammelt, im Wind wehten ihre Fahnen mit dem Atomkraft-Nein-Danke-Logo. Die Demonstranten wollten der Großen Koalition an diesem Sonntag im Mai mal so richtig zeigen, was sie von der geplanten Energiewende-Reform halten: gar nicht viel. Auf der Bühne steht Christoph Bautz, Geschäftsführer der Kampagnenorganisation Campact. Er ruft in sein Mikrofon: „Während Großunternehmen und Kohlekraftwerke mit Milliarden subventioniert werden, wird die Windkraft gedeckelt und der Ausbau der Solarenergie mit einer Sonnensteuer abgewürgt.“

Die Sonnensteuer. Ein Kampfbegriff der Solarwirtschaft. Kritiklos übernommen von Umweltverbänden und Verbraucherschützern. Sie alle beschweren sich über eine Änderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die in Wirklichkeit absolut sinnvoll ist: Alle Stromproduzenten sollen sich an der Finanzierung der Energiewende beteiligen und die EEG-Abgabe zahlen – künftig auch diejenigen Unternehmen und Bürger, die Ökostrom produzieren und ihn selbst nutzen. Bisher sind diese befreit; alle anderen Stromproduzenten zahlen umso mehr und geben das an die Kunden weiter. (mehr…)

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Bürger, zur Sonne, zur Börse

Ökostromerzeuger sollen bald keine Pauschalvergütung mehr bekommen. Das gefährdet die Energiewende von unten. Können Genossenschaften gegen die Konzerne bestehen?

Von Felix Werdermann

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Die Energiewende der Bürger wird abgewürgt und keiner kriegt es mit. Über die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird zwar viel gestritten, zum Beispiel werden die gigantischen Industrierabatte immer wieder zu Recht kritisiert. Aber der große Paradigmenwechsel bleibt weitgehend unbemerkt: Die feste Einspeisevergütung für Ökostrom, einst das Erfolgsrezept des Gesetzes, wird abgeschafft. Und das gefährdet die Zukunft von Energiegenossenschaften und unabhängigen Ökostromanbietern. Die großen Konzerne hingegen profitieren, wie bei vielen anderen Vorschlägen im Gesetzentwurf.

Wie kann es sein, dass fast niemand darüber spricht? Die Diskussion ist relativ kompliziert, auch die Stichworte sind nicht unbedingt sexy: Direktvermarktung, Marktprämie, Marktintegration. Aber wer wissen will, was wirklich neu ist am Erneuerbare-Energien-Gesetz, muss sich damit befassen. Industrierabatte gibt es schon seit Jahren. Auch die Diskussion über höhere oder niedrigere Ausbauziele ist alt. Aber dass nun alle Ökostromerzeuger – bis hin zur Privatperson – an die Börse gedrängt werden sollen, das gab es noch nie. (mehr…)

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