Tag-Archiv für 'euratom'

Strahlen ohne Grenzen

Umweltschützer und Politiker können nichts gegen die gefährlichen Altreaktoren im Ausland tun. Oder vielleicht doch?

Von Felix Werdermann

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Die Messgeräte knattern ohne Pause, die Radioaktivität ist deutlich höher als sonst. Der Leiter des schwedischen Atomkraftwerks Forsmark schlägt Alarm, der Rundfunk informiert die Bevölkerung. Doch der Reaktor in Forsmark ist gar nicht das Problem. Die Strahlung kommt aus Tschernobyl, dort ist das Atomkraftwerk explodiert. Die Sowjetunion verschweigt allerdings den Unfall und gibt ihn erst später öffentlich zu.

Die Reaktorkatastrophe ist am 26. April nun 30 Jahre her und die nötigen Konsequenzen wurden nie gezogen. Radioaktivität kennt keine Ländergrenzen. Betrieb und Überwachung der Atomanlagen liegen aber noch immer in nationaler Verantwortung. Deutschland hat den Ausstieg beschlossen, doch unsere Nachbarn – von Belgien bis Tschechien – verlängern munter die Laufzeiten ihrer Reaktoren. Bei einem Unfall wären Millionen Deutsche betroffen. Aber die Bundesregierung kann nach geltender Rechtslage praktisch nichts dagegen unternehmen. Es ist daher höchste Zeit, dass die Atompolitik internationalisiert wird. Und auch die deutsche Umweltbewegung sollte die Schwachpunkte im Ausland stärker in den Fokus nehmen. (mehr…)

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Atommüllexport? Ja, bitte!

Alle Parteien sind sich einig, dass verstrahltes Material nur in Deutschland aufbewahrt werden soll. Dieser umweltpolitische Nationalismus schadet jedoch der Sicherheit

Von Felix Werdermann

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Die Übermacht der herrschenden Meinung kann Argumente schlicht überflüssig machen. Wenn sich die politische Klasse einig ist, braucht sie ihre Vorstellungen nicht näher zu begründen, abweichende Meinungen haben keine Chance.

In der deutschen Atompolitik beispielsweise ist der Umgang mit dem hochradioaktiven Müll zwar heftig umstritten, doch es gibt einen „Grundsatz, der uns alle eint“, wie es Bundesumweltminister Peter Altmaier kürzlich in seiner „Regierungserklärung zur nuklearen Entsorgung“ formulierte. Jeglichem Atommüllexport erteilte der CDU-Politiker eine Absage: „Die in Deutschland angefallenen Abfälle müssen auch in Deutschland entsorgt werden, das gebietet das Prinzip der nationalen Verantwortung.“

Was das Prinzip der größtmöglichen Sicherheit gebietet, spielt offenbar nur noch eine untergeordnete Rolle, und zwar über alle Parteigrenzen hinweg. Dabei ist ein nationaler Alleingang so ziemlich das Dümmste, was man sich bei einem grenzen- und generationenüberschreitenden Problem wie dem Umgang mit Strahlenmüll ausdenken kann. (mehr…)

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