Tag-Archiv für 'porträt'

Unbeirrbarer Rebell

Enoch zu Guttenberg war Mitgründer des Umweltverbands BUND. Jetzt sieht er einen Verrat an dessen Idealen. Der Naturschutz leide unter den Windrädern

Von Felix Werdermann

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Etwas traurig ist er schon, dass die Klage gegen ihn fallen gelassen wurde. „Ich hatte mich auf den Gerichtsprozess gefreut“, sagt Enoch zu Guttenberg. „Weil dann die Dinge, die ich angesprochen habe, an die Öffentlichkeit kommen würden.“

Diese Dinge, das sind die angeblichen Verquickungen des Umweltverbands BUND mit der Windkraftlobby und der angebliche Verrat am Naturschutz im Namen der Energiewende, wenn der Verband den Bau von Windrädern akzeptiert oder befürwortet. An die Öffentlichkeit sind diese Dinge bereits gelangt, in einem Beitrag des ARD-Magazins Plusminus. Darin sagt zu Guttenberg: „Ich weiß allein 20 Personen vom BUND, führende Persönlichkeiten in den jeweiligen Bundesländern, die gleichzeitig in der Windlobby angestellt sind und für die arbeiten.“ Der BUND sieht darin eine falsche Tatsachenbehauptung und hat Klage eingereicht – diese aber wieder zurückgezogen, nachdem das Gericht angedeutet hatte, dass es die Meinungsfreiheit sehr weit auslegen könne. (mehr…)

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Kämpfer gegen die Flucht

Gerd Müller vertritt als Entwicklungsminister in der Asylpolitik eine etwas andere Linie als seine CSU. Das liegt wohl auch am Einfluss des Ministeriums

Von Felix Werdermann

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Es gibt Momente, da redet der CSU-Politiker fast wie ein Linksradikaler: Es sei ein Irrtum, „dass sich Deutschland und Europa abschotten und Länder auf anderen Kontinenten durch unfaire Handelsbedingungen und eine ungerechte Ressourcenverteilung sogar noch ausbeuten können“. Gleich im nächsten Satz begibt sich Gerd Müller aber schon wieder auf CSU-Linie: „Für diesen Irrtum werden wir einen hohen Preis zahlen müssen. Noch einmal eine Million Flüchtlinge im Jahr 2016 können wir in Deutschland nicht integrieren.“

Mehr Entwicklungshilfe im Ausland = weniger Flüchtlinge hierzulande. Mit dieser Formel ist der Bundesentwicklungsminister derzeit in der Öffentlichkeit unterwegs. Müller gibt dem Tagesspiegel und der Bild am Sonntag ausführliche Interviews und tourt durch die Bundestagsgremien. Er spricht vor dem Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, aber auch vor dem Gesundheitsausschuss, wenn es um globale Krankheiten geht. Seine Formel hat er sich schon zu Beginn seiner Amtszeit vor zwei Jahren zurechtgelegt, doch jetzt, wo die Große Koalition fast nur noch über die Asylpolitik diskutiert, stößt sein Ansatz auf öffentliches Interesse wie nie zuvor. (mehr…)

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Die Überlebende

Setsuko Thurlow ist ein Opfer der Atombombe von Hiroshima. Seit Jahrzehnten kämpft sie gegen Nuklearwaffen

Von Felix Werdermann

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Sie sieht einen blauweißen Blitz und kurz darauf hat sie das Gefühl, in der Luft zu schweben. Setsuko Thurlow ist 13 Jahre alt und erfährt erst Wochen später, was sie da gerade erlebt hat: Über der japanischen Stadt Hiroshima hat die US-Armee eine Atombombe abgeworfen. Jetzt ist das genau 70 Jahre her. Setsuko Thurlow kämpft für eine Welt ohne Nuklearwaffen. (mehr…)

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Lieber aktiv als radioaktiv

Hubert Lutz hat schon vor 40 Jahren gegen den Reaktor in Grafenrheinfeld protestiert. Jetzt wird das AKW endlich abgeschaltet, doch bis zur grünen Wiese dauert es noch

Von Felix Werdermann

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Er war gerade 15 Jahre alt, da interessierte er sich bereits für das Atomkraftwerk, das damals noch nicht einmal genehmigt war. Hubert Lutz ging zu Veranstaltungen, zu Protestaktionen, zu Demonstrationen. „Mein Vater wollte es mir verbieten. Das hat aber nicht funktioniert.“ Seitdem hat ihn der Reaktor in Grafenrheinfeld nicht mehr losgelassen. Heute ist Lutz 58 Jahre alt, fast sein ganzes Leben lang hat er gegen das AKW gekämpft. Am Samstag wird der Reaktor nach mehr als 33 Betriebsjahren abgeschaltet. Als erster der neun deutschen Atomreaktoren, die nach der Katastrophe von Fukushima weiterlaufen durften – und als vermutlich einziger, der in dieser Legislaturperiode vom Netz geht. (mehr…)

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Der APO-Abgeordnete

Hubertus Zdebel ist Umweltpolitiker in der Linksfraktion. Er trifft sich nicht mit Wirtschaftslobbyisten, dafür glaubt er an die Kraft der außerparlamentarischen Bewegung

Von Felix Werdermann

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Es gibt nur wenige Menschen, die sich freiwillig in überfüllte Zugwaggons setzen. Hubertus Zdebel ist einer von ihnen. „Ich wurde schonmal von einer Schaffnerin aufgefordert, mich in den Wagen der ersten Klasse zu begeben“, erzählt er. Als Bundestagsabgeordneter besitzt er nämlich automatisch eine Netzkarte der Bahn, kann kostenlos durch Deutschland fahren, auch in der ersten Klasse. „Aber ich will wissen, was die normalen Menschen denken, worüber sie reden.“ Darum fährt er zweite Klasse. (mehr…)

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Die Comeback-Frau

Die CDU-Politikerin Ursula Heinen-Esser hat das Endlagersuchgesetz erarbeitet. Jetzt soll sie als Vorsitzende der Atommüll-Kommission ihr Gesetz auch evaluieren. Kann sie da unabhängig sein?

Von Felix Werdermann

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Ihre politische Karriere hatte sie schon an den Nagel gehängt, doch nun könnte sie zur Hoffnungsträgerin bei einem der größten Menschheitsprobleme werden: Bei der Suche nach einem Endlager für den hochradioaktiven Atommüll. Ursula Heinen-Esser ist CDU-Politikerin, saß 15 Jahre lang im Bundestag, dann trat sie nicht mehr an, um sich mehr um ihre Familie in Köln kümmern zu können.

Doch jetzt wird die 48-Jährige womöglich doch noch von der Berliner Politik zurückbeordert. Sie ist derzeit die Wunschkandidatin der großen Koalition für den Vorsitz der Endlager-Kommission, die über das weitere Vorgehen bei der Suche beraten soll. Bei den Atomkraftgegnern im Wendland dagegen ist Heinen-Esser verhasst. (mehr…)

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Die ist die Höhe

Cécile Lecomte wird schon mal präventiv verhaftet, wenn ein Castor rollt. Polizisten finden die Protest-Kletterin „absolut nervig“. Zu Besuch bei einer Profi-Aktivistin

Von Felix Werdermann

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Es ist der 16. Januar 2008, 19.30 Uhr, 30 Kilometer nordwestlich von Münster, 12 Meter über dem Boden. Cécile Lecomte hängt kopfüber an einem Seil, das sie zwischen zwei Bäumen gespannt hat. Unter ihr Schienen, auf denen jetzt eigentlich ein Zug mit Atommüll rollen sollte. Aber die Polizei stoppt ihn. Die Beamten sind machtlos, die Staatsmacht kommt an die Aktivistin nicht heran. (mehr…)

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Der Bessermacher

Thorsten Schäfer-Gümbel könnte als Chef der Hessen-SPD den Weg ebnen für Rot-Rot-Grün im Bund. Wagt er das linke Experiment, an dem Andrea Ypsilanti gescheitert ist?

Ein Porträt von Felix Werdermann

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Von einem Tag auf den anderen wurde er vom Hinterbänkler zum Hoffnungsträger. Die linke SPD-Ikone Andrea Ypsilanti war an dem Versuch eines rot-rot-grünen Bündnisses gescheitert, nun sollte er die Hessen-SPD wieder aufpäppeln. Das war vor knapp fünf Jahren.

Heute ist Thorsten Schäfer-Gümbel mit neuen Hoffnungen und Erwartungen konfrontiert. Der 43-Jährige hat der hessischen SPD als Spitzenkandidat zu einem guten Wahlerfolg verholfen und könnte nun auch für etwas anderes als seine dicken Brillengläser und seinen langen Nachnamen bekannt werden. Ihm gelingt womöglich, woran Ypsilanti gescheitert ist: eine Regierung mit Grünen und Linken zu bilden und damit auch den Weg für diese Konstellation auf Bundesebene zu bereiten. (mehr…)

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Der Einzelkämpfer

Wolfgang Nešković hat sich mit SPD, Grünen und Linken zerstritten und kandidiert nun alleine für den Bundestag. Der Querdenker könnte Geschichte schreiben

Von Felix Werdermann

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Er ist ein Linker und kämpft gegen die Linken. Er ist ein Querdenker und lässt sich seine Meinung nicht vorschreiben. Er ist ein Direktkandidat für den Bundestag und könnte Geschichte schreiben.

Wolfgang Nešković, 65 Jahre alt, ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof, will ohne die Unterstützung einer Partei in das Parlament einziehen, das hat es bislang nur im Jahr 1949 gegeben. Die Chancen für Nešković stehen nicht allzu schlecht. Er kandidiert in der Brandenburger Lausitz, im Wahlkreis Cottbus/Spree-Neiße. Vor vier Jahren holte er hier 30 Prozent der Stimmen und damit das Direktmandat – damals jedoch noch als Bewerber der Linkspartei. (mehr…)

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Ein Lobbyist als Kontrolleur

Gerald Hennenhöfer wechselt hin und her zwischen Staat und Industrie. Nun ist der ehemalige Eon-Manager zu Europas mächtigstem Atomaufseher geworden. Umweltschützer sind empört

Von Felix Werdermann

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Es kommt nicht häufig vor, dass Tausende Menschen gegen einen Abteilungsleiter in einem Bundesministerium unterschreiben. Es kommt auch nicht häufig vor, dass Bundestagsabgeordnete mehr über diesen Abteilungsleiter wissen wollen und dazu einen zwölfseitigen Fragekatalog an die Regierung richten.

Dieser Abteilungsleiter heißt Gerald Hennenhöfer, ist zuständig für die Sicherheit deutscher Atomreaktoren und bekannt für seine mehrfachen Seitenwechsel: Atomaufsicht, Atomkonzern, Atomaufsicht. Jetzt überwacht er wieder jene Industrie, die ihn einst bezahlte. Die SPD-Umweltpolitikerin Ute Vogt bezeichnet ihn als „Chefverwalter der deutschen Atomlobby“. (mehr…)

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