Tag-Archiv für 'umwelt'

„Flexitarier sind Wähler“

Fleischkonsum ist keine Privatsache, sagt der vegane Filmemacher Marc Pierschel. Den Parteien fehlt Mut

Interview: Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Nur ein Tag pro Woche mit ausschließlich vegetarischen und veganen Angeboten in öffentlichen Kantinen – als CDU und Bild diese Idee der Grünen im Vorfeld der Bundestagswahlen 2013 skandalisierten, entlud sich Schimpf und Schande über der Partei. Wegen des Veggiedays musste sie sich als „Verbotspartei“ geißeln lassen. Kann man von den Menschen verlangen, dass sie weniger Fleisch essen? In seinem Dokumentarfilm The End of Meat – Eine Welt ohne Fleisch zeigt Marc Pierschel, wie Menschen mit Schweinen zusammenleben anstatt sie zu essen.

der Freitag: Herr Pierschel, Sie haben für Ihren Film zwei Jahre lang über eine mögliche Zukunft ohne Fleisch recherchiert. Können Sie mir ein gutes Argument für das Fleischessen nennen?

Marc Pierschel: Ich kann Ihnen viele Argumente dagegen nennen. Aber dafür fällt mir kein gutes ein.

Warum essen so viele Fleisch?

Weil sie es gewohnt sind. Weil sie sich nicht mit dem Problem auseinandergesetzt haben. Und weil es gesellschaftlich akzeptiert ist.

Welche Folgen hat der Fleischkonsum für die Umwelt?

Die Tierhaltung ist in großem Maße verantwortlich für den Klimawandel. Eine Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen besagt, dass rund 18 Prozent aller Treibhausgase durch die Fleischproduktion verursacht werden – das ist mehr als der gesamte Verkehr! Zudem ist der Flächenverbrauch gigantisch. Etwa 70 Prozent des Regenwalds wurde abgeholzt, um Futtermittel anbauen zu können. Die Wasserverschmutzung ist ein großes Problem, auch in Deutschland. Nicht zuletzt ist die Fleischproduktion auch mit dem Hunger in der Welt verknüpft: Die Hälfte des angebauten Getreides wird an Tiere verfüttert, wobei man das auch direkt konsumieren könnte und so unterm Strich deutlich mehr Essen für die Menschen hätte.

Lässt sich der Klimawandel stoppen, ohne etwas an der Fleischproduktion zu ändern?

Auf keinen Fall. Wo der Wohlstand wächst, da steigt der Fleischkonsum, beispielsweise in China und Indien. Und in Deutschland und anderen Industrienationen stagniert der Konsum auf einem viel zu hohen, auch gesundheitlich höchst bedenklichen Niveau. Wenn es so weiter geht, werden wir die globalen Klimaziele ganz sicher krachend verfehlen.

Was sollte die Politik tun?

Als erstes muss die staatliche Unterstützung der Massentierhaltung aufhören. Die europäischen Agrarsubventionen für Tierhalter gehören abgeschafft, zudem sollte für Tierprodukte der volle Mehrwertsteuersatz gelten. Fleischprodukte müssen teurer, pflanzliche Alternativen billiger werden, das wäre das wirkungsvollste.

Das ist ein Vorschlag des Umweltbundesamts.

Ja. Die Fachexperten sehen, dass es sinnvoll wäre, aber die Leute, die es politisch durchsetzen müssen, trauen sich nicht.

Die Grünen fordern das Ende der Massentierhaltung. Dabei kommt es auf die Haltungsbedingungen an und nicht auf die Zahl der Tiere in einem Stall.

Die Massentierhaltung steht für extreme, rein wirtschaftliche Effizienz: Viele Tiere, minimaler Platz – und Töten, sobald sich das Weiterleben eines Tiers für den Bauern nicht mehr rentiert. Es ist gut, wenn die Grünen die Massentierhaltung abschaffen wollen.

Was wollen die anderen Parteien?

Die Linke ist auch sehr offen für Tierschutz, bei den anderen Parteien sieht es eher mau aus. Die wagen keine mutigen Vorstöße.

Gibt es denn einzelne Politiker, die Vorreiter sind?

Es gibt einige Grüne, die vegan leben, zum Beispiel Sven Kindler, der haushaltspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion. Aber auch andere Politiker bringen das Thema voran: Die SPD-Umweltministerin Barbara Hendricks hat sich mit ihrer Plakatkampagne zur Massentierhaltung weit aus dem Fenster gelehnt. Da hieß es zum Beispiel: „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein.“ Wegen Beschwerden der Agrarindustrie wurde die Kampagne dann zurückgezogen.

Sie selbst essen kein Fleisch?

Mein Vater war Kaninchenzüchter und hat die Tiere geschlachtet. Mit 17 hatte ich keine Lust mehr, die Kaninchen zu essen, mit denen ich früher gespielt hatte. Vier Jahre später habe ich den Schritt zum Veganismus gemacht und verzichte seitdem auf alle Tierprodukte.

Was ist an Milch und Eiern so schlimm?

Die Kühe müssen immer wieder geschwängert werden. Die Kälber sind der Abfall der Milchindustrie. Für Eier werden die männlichen Küken aussortiert und geschreddert oder vergast, weil sie keinen wirtschaftlichen Nutzen haben.

Viele Fleischesser argumentieren: Der Mensch ist ein Allesesser. Was sagen Sie dazu?

Klar, gesundheitlich kann der Mensch alles essen. Die ethischen und ökologischen Probleme bleiben aber bestehen. Das sind Themen, die uns alle betreffen. Daher ist der Fleischkonsum keine Privatsache, sondern hoch politisch.

Wenn die Bauernlobby so stark ist, bestehen dann überhaupt realistische Chancen, mehr Tierschutz durchzusetzen?

Die Zahl der Veganer und Vegetarier wächst – und auch die der Flexitarier, also der Menschen, die sich bewusst entschieden haben, ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Zudem rückt das Wohl der Tiere in den Fokus der Öffentlichkeit. Das beeinflusst die Wahlentscheidung der Menschen und so die Parteien.

Wie viele Veganer und Vegetarier leben denn in Deutschland?

Nach Schätzung der Organisation ProVeg sind es 1,6 Prozent Veganer, zehn Prozent Vegetarier und 56 Prozent Flexitarier. Die Fleischkonzerne, die nun auch vegetarische und vegane Produkte herstellen, haben nicht die kleine Gruppe an Veganern im Blick, sondern die große Masse an Flexitariern.

Veganismus ist trotzdem ein Nischenthema, oder?

Inzwischen ist das Stigma weg, dass Veganer die verrückten Exoten sind, die immer nur Müsli essen. In der letzten Zeit sind wahnsinnig viele Kochbücher erschienen. Vegan steht für ein gesundheitsbewusstes Leben.

Kann es eine Gesellschaft ohne Fleisch geben?

Es wird natürlich Hardliner geben, die weiter Fleisch essen. Aber das werden womöglich die Exoten sein, wie es früher die Veganer waren. Vielleicht nehmen wir auch den Umweg über das Kulturfleisch. Wenn das echtes Fleisch ersetzen kann, dann ist die Massentierhaltung obsolet.

Was ist Kulturfleisch?

Da werden Zellen vom Tier genommen, wobei das Tier nicht verletzt wird. Anschließend werden diese Zellen im Labor vermehrt, in einer Nährlösung. Wenn es genug Zellen gibt, kann man daraus ein Stück Fleisch herstellen. Im Prinzip ist das schon jetzt möglich.

Glauben Sie, dass Kulturfleisch als Essen akzeptiert wird?

Zunächst müssen wir von der Vorstellung weg, dass Kulturfleisch aus dem Labor kommt. Gezüchtet wird es in großen Tanks zur Fermentation. Es wird Läden geben mit solchen Tanks – und da bestellt man sich seine Fleischsorte. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das billiger als echtes Fleisch. Dann wird sich das durchsetzen. Mich hat bei meiner Filmrecherche echt überrascht, wie weit die Biotechnologie fortgeschritten ist – eine wachsende Industrie, die den Markt komplett ändern kann.

Marc Pierschel hat in Münster Soziologie studiert, 2002 das Veganismus-Kollektiv Roots of Compassion mitgegründet und Bücher sowie Filme veröffentlicht. The End of Meat – Eine Welt ohne Fleisch startet am 14. September in den deutschen Kinos

Originalquelle: freitag.de

film fleisch kino klima umwelt vegan film fleisch kino klima umwelt vegan

Packen wir’s an

Nach dem Schock der US-Wahl wurde auf der Klimakonferenz in Marrakesch Zweckoptimismus verbreitet. Doch die bisherigen Zusagen reichen nicht aus

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Den Flug konnte er sich sparen und trotzdem war er auf der Klimakonferenz in Marrakesch präsent wie kein anderer: Donald Trump. Ist internationaler Klimaschutz mit dem neuen US-Präsidenten überhaupt möglich? Diese Frage trieb die Diplomaten um – und löste Reflexe aus: Es wird schon alles gut gehen. Doch so wird Klimaschutz nicht funktionieren. (mehr…)

donald trump erneuerbare energien klimakonferenz marrakesch umwelt usa verhandlungen wahl donald trump erneuerbare energien klimakonferenz marrakesch umwelt usa verhandlungen wahl

Eine große Luftnummer

Der Flugverkehr soll seine CO2-Emissionen künftig deckeln. Doch das nun beschlossene Abkommen hat viele Lücken

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Als der Klimavertrag in Paris endlich stand, haben Politiker und Diplomaten gejubelt. Das war Ende des vergangenen Jahres. Jetzt wäre die Zeit, zu weinen. Die UN-Organisation für zivile Luftfahrt ICAO hat ein nahezu ungebremstes Wachstum des Flugverkehrs erlaubt, dabei ist das Fliegen die klimaschädlichste Methode der Fortbewegung. (mehr…)

co2 co2 emissionen flugverkehr flugzeug icao klima klimaschutz klimavertrag luftverkehr mobilität umwelt co2 co2 emissionen flugverkehr flugzeug icao klima klimaschutz klimavertrag luftverkehr mobilität umwelt

Weg mit dem Dreck

Die Grundlagen für die Suche nach dem Endlager sind gelegt. Aber vieles ist offen geblieben. Wie geht es weiter?

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Es ist eine Mammutaufgabe: Für mindestens eine Million Jahre soll der hochradioaktive Atommüll sicher verwahrt werden. Wie kann die Suche nach dem besten Standort gelingen? Damit hat sich die vom Bundestag eingesetzte Endlagerkommission beschäftigt, inzwischen liegt ihr fast 700 Seiten dicker Abschlussbericht vor. Eines der Ziele war, eine „breite Zustimmung in der Gesellschaft für das empfohlene Auswahlverfahren“ zu gewinnen. Zumindest in diesem Punkt ist die Kommission gescheitert. (mehr…)

atommüll endlager fortschritt gorleben grundlagen kosten offene fragen suche umwelt atommüll endlager fortschritt gorleben grundlagen kosten offene fragen suche umwelt

Wenn Umweltpolitik wirkt

Der Kampf gegen die umweltschädlichen FCKW ist geglückt, sie wurden weitgehend verboten. Nun schrumpft das Ozonloch. Lässt sich das Erfolgsmodell auch auf den Klimaschutz übertragen?

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Endlich mal eine gute Nachricht! Das Ozonloch schließt sich – ungefähr in der Mitte des Jahrhunderts könnte es verschwunden sein. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Studie, die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde. Der Trend zur Heilung wird zwar schon seit längerem beobachtet, doch im vergangenen Herbst war das Ozonloch wegen Vulkanausbrüchen wieder etwas gewachsen – was Zweifel beförderte. Jetzt aber kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss: Insgesamt schrumpft das Ozonloch weiter. (mehr…)

fckw forschung internationale verträge klima klimaschutz montreal protokoll ozonloch science umwelt verhandlungen wirtschaft fckw forschung internationale verträge klima klimaschutz montreal protokoll ozonloch science umwelt verhandlungen wirtschaft

Ein Verbot sieht anders aus

Im Streit über die Gasfördermethode Fracking haben sich zwar die Kritiker in SPD und Union durchgesetzt. Eigentlich aber müsste Fracking aus Klimaschutzgründen verboten werden

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Bereits vor zwei Jahren warnten Umweltschützer vor dem Szenario: Die ganze Nation starrt auf die Fußballspiele – und die neuen Fracking-Gesetze werden unauffällig durch den Bundestag geschleust. Während der Weltmeisterschaft 2014 kam es dann doch anders, der SPD-Politiker Ulrich Kelber warf anschließend den Umweltschützern vor, sie hätten mit ihrer Warnung „effekthaschend zu billigen Tricks“ gegriffen.

In diesem Jahr wurde das Szenario dann aber doch Realität: Die Europameisterschaft läuft und im Bundestag geht es Schlag auf Schlag. Am Dienstag einigte sich die Große Koalition, am Mittwoch stimmte der Ausschuss zu, am Freitag das Plenum des Bundestags. Schon ist das Gesetzespaket beschlossen. (mehr…)

energie fracking fußball em gesetz klimaziele kompromiss umwelt verbot energie fracking fußball em gesetz klimaziele kompromiss umwelt verbot

Unbeirrbarer Rebell

Enoch zu Guttenberg war Mitgründer des Umweltverbands BUND. Jetzt sieht er einen Verrat an dessen Idealen. Der Naturschutz leide unter den Windrädern

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Etwas traurig ist er schon, dass die Klage gegen ihn fallen gelassen wurde. „Ich hatte mich auf den Gerichtsprozess gefreut“, sagt Enoch zu Guttenberg. „Weil dann die Dinge, die ich angesprochen habe, an die Öffentlichkeit kommen würden.“

Diese Dinge, das sind die angeblichen Verquickungen des Umweltverbands BUND mit der Windkraftlobby und der angebliche Verrat am Naturschutz im Namen der Energiewende, wenn der Verband den Bau von Windrädern akzeptiert oder befürwortet. An die Öffentlichkeit sind diese Dinge bereits gelangt, in einem Beitrag des ARD-Magazins Plusminus. Darin sagt zu Guttenberg: „Ich weiß allein 20 Personen vom BUND, führende Persönlichkeiten in den jeweiligen Bundesländern, die gleichzeitig in der Windlobby angestellt sind und für die arbeiten.“ Der BUND sieht darin eine falsche Tatsachenbehauptung und hat Klage eingereicht – diese aber wieder zurückgezogen, nachdem das Gericht angedeutet hatte, dass es die Meinungsfreiheit sehr weit auslegen könne. (mehr…)

adel ard bund csu energiewende enoch zu guttenberg grüne karl theodor zu guttenberg lobbyismus musik naturschutz porträt umwelt umweltschutz umweltverband vermögen vlab windkraft windkraftanlage windrad adel ard bund csu energiewende enoch zu guttenberg grüne karl theodor zu guttenberg lobbyismus musik naturschutz porträt umwelt umweltschutz umweltverband vermögen vlab windkraft windkraftanlage windrad

Spendabler Gefängnisleiter

Die AKW-Gegnerin Cécile Lecomte wollte ihr Bußgeld für eine Blockade nicht zahlen und lieber in den Knast. Doch der Anstaltsleiter verhinderte das – auf ungewöhnliche Art

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Da staunte die Umweltaktivistin nicht schlecht: Als Cécile Lecomte die eintägige Haft wegen einer Anti-Atom-Blockade antreten wollte, durfte sie wieder nach Hause gehen. Eigentlich hätte sie nämlich ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro zählen sollen. Nur weil sie sich geweigert hatte, musste sie ins Gefängnis. Vor Ort stellte sich heraus, dass jemand anders das Bußgeld bereits gezahlt hatte – ohne Lecomtes Wissen. (mehr…)

atomkraft bußgeld cécile lecomte eichhörnchen gefängnis jva knast umwelt umweltaktivistin vechta atomkraft bußgeld cécile lecomte eichhörnchen gefängnis jva knast umwelt umweltaktivistin vechta

Kosten für die Ewigkeit

Die Endlagerung von Atommüll soll nur zum Teil von den Konzernen bezahlt werden, der Staat finanziert den Rest. Das ist eine gute Idee

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Wenn das Endlager für Atommüll teurer wird als geplant, müssen die Steuerzahler dafür aufkommen und nicht die Verursacher des radioaktiven Abfalls. So wird es vermutlich demnächst in einem Gesetz stehen. Derzeit wird die Regelung hinter verschlossenen Türen ausgehandelt – zwischen einer Kommission, die das Wirtschaftsministerium eingesetzt hat, und den vier großen Energiekonzernen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW.

Auf den ersten Blick sieht der Vorschlag hochgradig ungerecht aus, Linkspartei und Umweltschützer protestieren bereits. Doch bei genauerer Betrachtung ist die Idee gar nicht schlecht: Wenn die Konzerne aus der Finanzierung raus sind, werden sie auch keine Lobbyarbeit mehr betreiben gegen die Untersuchung weiterer Endlagerstandorte als Alternativen zu Gorleben. Dann könnte eine wirklich ergebnisoffene Suche endlich beginnen. Und das ist wesentlich mehr wert als ein paar Milliarden verschenkte Euro. (mehr…)

atomkraft atommüll enbw endlagerung entsorgung eon finanzierung kommission konzerne kosten lobby rückbau rwe staat umwelt vattenfall verantwortung verursacherprinzip wirtschaftsministerium atomkraft atommüll enbw endlagerung entsorgung eon finanzierung kommission konzerne kosten lobby rückbau rwe staat umwelt vattenfall verantwortung verursacherprinzip wirtschaftsministerium

Zum Erfolg verdammt

Ein vorteilhaftes Abkommen für alle Staaten ist auf dem Klimagipfel in Paris erreichbar. Aber wird es auch gerecht sein?

Von Felix Werdermann

weiterlesen auf freitag.de

Katar hat den höchsten CO2-Ausstoß der Welt. Jedenfalls, wenn man ihn pro Kopf berechnet. Im Durchschnitt verursacht dort jeder Mensch 40 Tonnen Kohlendioxid im Jahr, mehr als vier Mal so viel wie in Deutschland. Trotzdem muss Katar keinen Klimaschutz betreiben. Laut Kyoto-Protokoll zählt der monarchistische Staat im Nahen Osten nämlich zu den Entwicklungsländern – und die dürfen bisher so viele Treibhausgase in die Luft pusten, wie sie wollen. Allerdings ist Katar bekanntlich gar nicht arm. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 100.000 US-Dollar pro Kopf, reicher sind nur Luxemburg und Norwegen. Weil Katar aber als Entwicklungsland gilt, kann es sogar noch Geld für die Anpassung an Folgen der Erderwärmung bekommen. Die anderen Staaten müssen zahlen. Gerechtigkeit sieht anders aus. (mehr…)

abkommen co2 ausstoß gerecht gerechtigkeit industristaaten klima klimagifpel klimaschutz paris ressourcen umwelt abkommen co2 ausstoß gerecht gerechtigkeit industristaaten klima klimagifpel klimaschutz paris ressourcen umwelt