Tag-Archiv für 'vattenfall'

Kosten für die Ewigkeit

Die Endlagerung von Atommüll soll nur zum Teil von den Konzernen bezahlt werden, der Staat finanziert den Rest. Das ist eine gute Idee

Von Felix Werdermann

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Wenn das Endlager für Atommüll teurer wird als geplant, müssen die Steuerzahler dafür aufkommen und nicht die Verursacher des radioaktiven Abfalls. So wird es vermutlich demnächst in einem Gesetz stehen. Derzeit wird die Regelung hinter verschlossenen Türen ausgehandelt – zwischen einer Kommission, die das Wirtschaftsministerium eingesetzt hat, und den vier großen Energiekonzernen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW.

Auf den ersten Blick sieht der Vorschlag hochgradig ungerecht aus, Linkspartei und Umweltschützer protestieren bereits. Doch bei genauerer Betrachtung ist die Idee gar nicht schlecht: Wenn die Konzerne aus der Finanzierung raus sind, werden sie auch keine Lobbyarbeit mehr betreiben gegen die Untersuchung weiterer Endlagerstandorte als Alternativen zu Gorleben. Dann könnte eine wirklich ergebnisoffene Suche endlich beginnen. Und das ist wesentlich mehr wert als ein paar Milliarden verschenkte Euro. (mehr…)

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Unterschriften sammeln, rund um die Uhr

In Berlin werben Umweltschützer für ein Volksbegehren zum Rückkauf der Stadtwerke an die Stadt. Dazu reisen sogar Menschen aus ganz Deutschland ins Berliner „Sammelcamp“

Von Felix Werdermann

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Das Erfolgsrezept besteht aus drei Begriffen: ehrenamtlich, gegen Vattenfall und Privatisierung. Wenn Melli auf den Straßen Berlins Unterschriften sammelt, weiß sie genau, womit sie die Leute kriegt. Es sind immer die gleichen Worte, die Ansprache hört sich dann so an: „Hallo, ich bin ehrenamtlich unterwegs. Es geht um den Strom, dass der nicht länger von Vattenfall privatisiert wird, sondern an die Stadt Berlin zurückgeht. Es handelt sich um ein Gesetzesvorhaben und wir haben noch drei Wochen Zeit, um 100.000 Unterschriften zu sammeln.“

Melli und ihre Freundin Judith sind extra aus Greifswald in die Hauptstadt gekommen. Eine Woche „Aktionsurlaub“, das verspricht der Jugendumweltverband BUNDjugend im Internet. Unterschriften sammeln von morgens bis abends, fünf Tage die Woche. Und natürlich auch am Wochenende. Alles freiwillig, ohne Bezahlung. Übernachten können die Aktivisten in einem alternativen Kultur- und Bildungszentrum am Rand von Berlin, offiziell als „Sammelcamp“ bezeichnet. (mehr…)

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Kohle für die Kunst

Umweltaktivisten stürmen eine Kunstausstellung der Berlinischen Galerie. Der Grund: Sie wird vom Energiekonzern Vattenfall finanziert. Den Protest soll niemand sehen

Von Felix Werdermann

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Fotografieren verboten – bei der Ausstellungseröffnung. Die Berlinische Galerie wünscht offenbar keine Öffentlichkeit. Zumindest keine solche. Wer die Kohlebriketts in der Eingangshalle fotografiert, wird von einem Security-Mitarbeiter in Anzug freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen: Das ist nicht erwünscht.

Dabei sind einige Pressefotografen anwesend, dazu hunderte Gäste. An diesem Donnerstagabend wird die Ausstellung „Drehmoment“ in Anwesenheit der Berliner Künstlerin Katja Strunz eröffnet, es gibt Sekt und Brezeln. Eine Handvoll Gäste aber ist aus einem anderen Grund gekommen. Sie wollen gegen die Kohle demonstrieren, die Kohle vom Energiekonzern Vattenfall. (mehr…)

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