Tag-Archiv für 'zdf'

Radikale Liebe zum Tier

Ein ZDF-Dokumentarfilm zeigt Aktivisten, die mit radikalen Methoden gegen Tierversuche und Schlachthöfe kämpfen. Er stellt die Frage, wie weit man gehen darf – leider ohne Antwort

Von Felix Werdermann

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Es ist dunkel. Mitten in der Nacht fahren die Aktivisten von der Tierrechtsorganisation Animal Equality zu einem Stall in Brandenburg. Ein Team vom ZDF ist mit dabei. Die Aktivisten gehen mit ihren Kameras in die Anlage, filmen die Zustände. Die Bilder zeigt später auch das ZDF. Dazu die Erklärung: „Es sind Bio-Hennen.“ Man sieht, dass vielen Tieren Federn fehlen, weil sie sich die gegenseitig bepicken.

In dem halbständigen Dokumentarfilm Aus Liebe zum Tier geht es allerdings nur in zweiter Linie um die Zustände in Deutschlands Ställen. In erster Linie geht es um die Aktivisten. Um Menschen, die gegen die katastrophalen Zustände kämpfen – auch mit radikalen Methoden. Die Doku, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde und in der Online-Mediathek zu sehen ist, gibt einen guten Einblick in die Szene. Sie stellt aber auch die Frage: „Wie weit dürfen Aktivisten gehen?“ – und mogelt sich um eine klare Antwort. Im Film heißt es zwar, sie gingen zu weit. Eine Begründung fehlt allerdings. Auch wo die Grenze liegt, bleibt nebulös. Wenn gegen das Gesetz verstoßen wird? Wenn Sachen beschädigt werden? Wenn Menschen in Gefahr sind? Wenn Menschen persönlich angegriffen werden? (mehr…)

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Der gläserne Journalist

Zwei „Zeit“-Journalisten klagen gegen das ZDF, welches ihre Nähe zu Lobbygruppen aufzeigte. Es stellt sich die Frage: Wie viel Transparenz brauchen die Medien?

Von Felix Werdermann

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Satire darf alles, Kabarett offenbar nicht. Derzeit stehen die Macher der ZDF-Sendung Die Anstalt vor Gericht. Es klagen zwei Zeit-Journalisten, Josef Joffe und Jochen Bittner. Ihre Namen wurden in einer Folge der Anstalt in Zusammenhang gebracht mit verschiedenen Lobbygruppen für pro-westliche Sicherheitspolitik. Verhandelt wurde nun vor Gericht, wer wo „Mitglied“ war oder ist und was man als „Organisation“ bezeichnen darf. Es sind spitzfindige Details, die für das Gewissen der klagenden Journalisten bedeutend sein mögen. Für den eigentlichen Skandal, der in der Sendung aufgezeigt wurde, ist das aber irrelevant: die Nähe von Journalisten zu Lobbyisten. (mehr…)

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Die Drei-Prozent-Hürde bei ARD und ZDF

Die kleinen Parteien können bei der Europawahl ins Brüsseler Parlament einziehen, trotzdem sind sie als „Sonstige“ in den Wahlumfragen unsichtbar. Müssen die Sender ihre Praxis ändern?

Von Felix Werdermann

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Der Hohn war groß, als die FDP vor zweieinhalb Jahren so tief in den Umfragekeller gerutscht war, dass sie zu den „sonstigen“ Parteien gezählt wurde. Wer weniger als drei Prozent bekommt, wird von den Meinungsforschungsinstituten nicht einzeln ausgewiesen. Das ist nun ein Problem: Bei der Europawahl können erstmals auch Parteien mit weniger als einem Prozent den Einzug ins Parlament schaffen. In den Umfragen aber, in Fernsehen und Zeitungen, sind sie unsichtbar. Drei Viertel der Bevölkerung nehmen die Berichterstattung über die Umfragen wahr. Werden die kleinen Parteien also benachteiligt? (mehr…)

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Was in der Lanz-Petition fehlt

Zehntausende Bürger unterschreiben gegen den ZDF-Moderator Markus Lanz. Die Petition trifft aber nicht den Kern des Problems: die Linksparteiphobie deutscher Journalisten

Von Felix Werdermann

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Eine Welle der Empörung schwappt durch Deutschland: Mehr als 170.000 Menschen haben mittlerweile gegen den ZDF-Fernsehmoderator Markus Lanz unterschrieben. Man muss sich die Dimension verdeutlichen: Als Susanne Wiest vor wenigen Jahren eine Bundestags-Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen startete, unterschrieben 52.000 Menschen – damals war das ein Riesen-Erfolg und ging durch alle Medien.

Nun also ist Markus Lanz der Buhmann der Nation. Und warum? Weil er die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht unhöflich behandelt hat. Man könnte auch sagen: Er hat sich unglaublich daneben benommen.

Trotzdem trifft die Petition nicht den Kern des Problems: die Linksparteiphobie der meisten deutschen Journalisten. (mehr…)

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Lasst die Bürger wählen!

In Karlsruhe wird über die Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verhandelt. Die demokratischste Lösung hieße: Die Bevölkerung wählt die Aufsichtsgremien

Von Felix Werdermann

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Mit dem Zweiten sieht man besser – nicht so genau hin, wenn es um Staatsferne geht. Denn dann würde man erkennen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk kontrolliert wird von Parteipolitikern, und zwar so weit das Auge reicht. Beim ZDF bestehen die Aufsichtsgremien fast vollständig aus Personen, die von den Landesregierungen, der Bundesregierung oder den Bundestagsparteien bestimmt werden.

Das könnte sich bald ändern. Als Folge des Streits um die Nichtverlängerung des Vertrags von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, die 2010 maßgeblich von Roland Koch (CDU) betrieben wurde, klagten die SPD-regierten Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hamburg vorm Verfassungsgericht, am Dienstag beginnen die mündlichen Verhandlungen.

Für echte Gewaltenteilung

Wer es ernst meint mit einem unabhängigen Rundfunk, darf nicht nur mit ein wenig Kosmetik den Einfluss der Parteipolitiker beschränken. Wir brauchen eine echte Gewaltenteilung. ARD und ZDF müssen unabhängig sein von Legislative und Exekutive. Deswegen sollten die Aufsichtsgremien direkt von der Bevölkerung gewählt werden. (mehr…)

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